Künstler von A bis Z:

Alfred Ziethlow

Name: Ziethlow
Vorname: Alfred
Lebensdaten: 1911 - 2003
Zu Leben und Werk: Alfred Ziethlow wurde am 18.06.1911 in Samotschin, Kreis Kolmar, Provinz Posen geboren, wo er bis 1920 gemeinsam mit der Familie lebte. Seine künstlerische Ausbildung absolvierte er an verschiedenen Stationen: Nach dem Schulabschluss in Herne (Westfalen) besuchte er zunächst von 1930 bis 1933 die Kunstgewerbeschule in Dortmund, von 1933 bis 1935 die Folkwangschule in Essen und schließlich von 1935 bis 1936 die Kunsthochschule Bremen bevor er anschließend für ein Jahr als Meisterschüler von Professor Heinrich Nauen an der Kunstakademie Düsseldorf studierte. Nach dem Tod seines Vaters zog der junge Künstler gemeinsam mit seiner Mutter und seinem Bruder ins westfälische Münster. Den Lebensunterhalt verdiente sich Ziethlow mit der Arbeit als freischaffender Künstler und Gebrauchsgraphiker. Nach Ausbruch des Krieges wurde er als Soldat eingezogen und von 1941 bis 1943 in Russland stationiert. Aus Krankheitsgründen wurde dieser Aufenthalt jedoch 1942 unterbrochen und Ziethlow lebte für einige Zeit in München, wo er ein Atelier in der Sendlinger Straße bezog. Beim großen Bombenangriff auf die Stadt fielen alle dort gelagerten Werke des Künstlers dem Feuer zum Opfer. Nach seiner Rückkehr in den Geburtsort Samotschin floh er schließlich 1944 von dort aus nach Horn/Lippe. In den Jahren von 1945 bis 1950 arbeitete er als freischaffender Maler und Leiter seines Werbeateliers und zeigte sich in der lokalen Kunstszene äußerst aktiv. Er war Mitglied des „Lippischen Künstlerbundes”, des „Werbefachverbands Westfalen” und des „Landesberufsverbandes bildender Künstler Nordrhein-Westfalen”. 1949 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der „freien Gruppe”, einem Zusammenschluss von Künstlern, die ihre Werke in Gruppenausstellungen präsentierten. An diesen Ausstellungen beteiligten sich u. a. Künstler wie Emil Schumacher, Karl Otto Götz und Thomas Grochowiak. 1950 zog Ziethlow zurück nach Münster, wo er zusätzlich zu seiner freischaffenden künstlerischen Tätigkeit als Fachlehrer für Kunst und Werbung an den Städtischen Handelslehranstalten arbeitete. Bis zu seinem Tod im Alter von 92 Jahren lebte und arbeitete er im westfälischen Bad Salzuflen. Ziethlows Oeuvre als freischaffender Künstler umfasst zahlreiche Ölbilder und Aquarelle sowie einige graphische Arbeiten, Radierungen, Lithographien und Serigraphien. Höchste Ansprüche stellte der Künstler dabei stets an die Qualität seiner Materialien, sodass die Werke bis heute nichts von ihrer Farbfrische verloren haben. Die äußerst fundierte Ausbildung spiegelt sich im Gesamtwerk des Künstlers wieder. Ziethlow gehört eindeutig in die Kategorie der „Klassiker” und „Traditionalisten”. Er fühlte sich wenig getrieben vom hektischen Vorantreiben der Avantgarde und blieb unbeeinflusst von den amerikanischen Strömungen des abstrakten Expressionismus und der Pop Art. Zwar existieren auch einige abstrakte Kompositionen, alles in allem blieb er jedoch dem Gegenständlichen verbunden. Alfred Ziethlow malte stets aus Leidenschaft, aus tiefer Verbundenheit zur Kunst und zur Kunstgeschichte ohne diese dabei in Frage zu stellen. Inspiration zog der heraus-ragende Maler und Aquarellist aus seinen zahlreichen Reisen. Vor Ort schuf er Skizzen und Aquarelle mit spontaner und sicherer Pinselführung, bis ins Detail ausgearbeitet, selten skizzenhaft verkürzt. In der spontanen, nicht korrigierbaren Arbeitsweise des Aquarells zeigt sich die große Meisterschaft des Künstlers. Auf diese Weise war Ziethlow bemüht, landschaftliche und architektonische Impressionen sowie Momente des menschlichen Alltagstreibens auf Straßen und Plätzen einzufangen, um diese dann später im Atelier in Öl auf Leinwand umzusetzen. Es entstand ein Oeuvre, das bis heute durch seine Vielfalt im Motivreichtum, seine genuine künstlerische Formensprache und hohe technische Qualität besticht. Idyllische Landschaftsbilder, farbenprächtige Stillleben, psychologisch feinfühlige Porträts, bewegtes Leben moderner Großstadtmenschen, Hafenbilder und Straßenszenen — Bilder des Lebens, die nur als Ganzheit zu verstehen sind. Sowohl bei den leichteren, nass in nass gemalten Aquarellen als auch bei den kräftigen, pastos geschaffenen Ölbildern steht die farbliche Komposition im Vordergrund. Nebeneinandergesetzte Farbflächen, vom Gegenstand befreite Buntfarbigkeit, Farbe als konstruktives Element — sozusagen Malerei „pur"— mit diesen Eigenschaften kann man die kompositorisch aufwendigen Arbeiten Ziethlows im Ganzen beschreiben.
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