Künstler von A bis Z:

Ernst Menachem Buchbinder

Name: Buchbinder
Vorname: Ernst Menachem
Lebensdaten: geboren 1924 in Offenbach a. Main
Zu Leben und Werk: Autobiografie von Ernst Menachem Buchbinder Ernst Menachem Buchbinder wurde 03.06.1924 als Sohn des jüdischen Maßschneiders Hermann Buchbinder in Offenbach a. M. geboren. Nach jahrelanger Diskriminierung und aufgrund plötzlich drohender Verhaftung floh sein Vater 1936 nach Frankreich; ein Jahr später vereinigte sich die Familie wieder in Montevideo/Uruguay. In diesem kulturell aufgeschlossenem Land entfaltete sich schon früh Menachems künstlerisches Talent. Vier Jahre lang verdiente er sich sein Brot in der berühmten Kunstschmiede Joseph Schusters aus Bayern, eines gediegenen Handwerkers, der Menachems Talent rechtzeitig erkannte. Schuster führte ihn in das berühmte Café Haus" Tupi-Namibia" in den innersten Kreis der aus Spanien vor Franco geflüchteten Avantgarde ein. In dieser Gruppe illustrierter Künstler mußte Menachem Stellung beziehen in der Auseinandersetzung zwischen den "Figurativen", angeführt von Zorilla de San Martin, und den "Geistigen" deren "Kommandeur" Torres Garcia war. Menachem bekannte sich letztlich zur toleranten Theorie Garcias, dessen Werke in allen bedeutenden Museen der Welt ausgestellt sind. Mit 18 Jahren errang Buchbinder als Skulpteur den 1. Preis für jugendliche Künstler in Montevideo. Anschließend studierte er den Holzschnitt und die Technik der Lithographie nach der alten japanischen Art an der "Akademie für graphische Künste" in Buenos Aires. Häufig pendelte der Künstler in kultureller Mission zwischen Uruguay, Argentinien und Brasilien. Welche Bedeutung man in Uruguay seinem Können beimaß, erhellte die Tatsache, daß 1974 die Regierung seine Kunstwerke zum staatlichen Kulturgut erklärte und über sie ein Ausfuhrverbot verhängte. Die "Ehrung" bedrohte nicht nur Buchbinders wirtschaftliche, sondern letztlich auch seine künstlerische Existenz. Eine bedeutende Skulptur, die vom "Institute of Modern Art" aus Chicago angekauft worden war, mußte auf abenteurliche Weise über Argentinien nach Nordamerika geschmuggelt werden. 1975 ging er nach Israel und baute sich in der historisch bedeutsamen Stadt Akko eine neue Existenz auf. Jetzt besitzt er weltweite Kontakte, kann in 15 Galerien auf 4 Kontinenten seine Werke ausstellen; 7 bedeutende Museen machten Ankäufe, darunter auch die Kunsthalle Recklinghausen sowie macher private Sammler in Deutschland. Galt ein beträchtlicher Teil seines Schaffens der Plastik aus Eisen, die nach seiner Ansicht "die Sprache unsseres Jahrunderts und unserer Zeit spricht", zieren seine Skulpturen bereits zahlreiche Orte in Israel und den USA, so wurde Buchbinder in Deutschland zunächst durch seine Acrylmalerei bekannt. Der Maler Buchbinder bevorzugt das kleine bis mittelgroße Format, machmal auch das Rundformat als Miniatur. Bildträger sind zunächst festes Papier. Diese kleinen farbigen Kostbarkeiten gewinnen die Aufmerksamkeit und Sympathie ihrer Betrachter aufgrund ihrer enormen Leuchtkraft, Transparenz und der Vielfalt ihrer achitekturalen, animalischen und menschlichen Formen. Betrachter mit nur europäischen Sehgewohnheiten haben vieleicht beim ersten Anblick seiner Bilder ein gewisses Fremdheitserlebnis. Sie fühlen sich aber wieder auf vertrautem Boden, sobald sie dann die kleinen zeichnerischen Anspielungen und Zitate entdecken, die an konkretes erinnern, mit denen der Künstler seine Zeitgenossen kritisiert, allzu Transzendentes verniedlicht, Geschichtliches wiedererweckt, ohne in die Gefahr der bloßen Illustration zu kommen. Bedeutungsvoller sind indessen noch die Farben. Mit ihrer Hilfe eignet sich der Künstler kulturelle Leistungen der Weltliteratur und der klassichen Musik an. Sie reflektieren seelisches Erleben, sind nicht zuletzt geistige Verarbeitungen des südmerikanischen bzw. mittelamerikanischen Ambientes und können auch unseren grauen Alltag der gemäßigten Klimazonen verschönern. Übersehen wir nicht, daß der Künstler in Ländern lebte, in denen Farben und Töne viel stärkere Signalwirkungen auf Menschen ausüben als Worte. Farben sind Botschaften, die unmittelbar das Gefühl des Betrachters anrühren und nicht unbedingt der sprachlichen Bedeutung bedürfen. So entfaltet sich in Buchbinders Acrylmalerei das Temperament eines Mannes, der die Menschen trotz all ihrer Fehler liebt, der das Dasein bejaht und zu bessern sucht. Er, der heimatlos in der eingenen Heimat war, hat in der Kunst sich und uns eine neue Welt erobert. Manfred Wictor
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