Künstler von A bis Z:

Richard Bloos

Name: Bloos
Vorname: Richard
Lebensdaten: Brühl/Köln 1878 - 1956 Düsseldorf.
Zu Leben und Werk: Gemeinsam mit Willy Lucas, Max Stern und einigen Malern des Sonderbundes, wie z.B. Max Clarenbach und Walter Ophey, bildete Richard Bloos nach 1900 eine helle Freilichtmalerei in Düsseldorf aus, die sich den modernen internationalen Tendendenzen öffnete. Moderne Einflüsse fand Bloos vor allem in den Künstlerkreisen am Montmartre, die er während seines 8 jährigen Parisaufenthaltes verinnerlichte. Kaum ein Ouevre der Düsseldorfer Kunstszene steht dem französischen Impressionismus so nahe, wie die Werke von Bloos, welche die französische Formensprache eines Daumiers, Toulouse - Lautrecs, die Lichtgebung eines Renoirs und Manets aber auch figurative Elemente des Jugendstils zu einem eigenständigen Stil vereinen. Bloos war Schüler von Peter Janssen an der Düsseldorfer Akademie, wo sich vor der Jahrhundertwende ein breiter und kräftiger Pinselstrich unter den jüngeren Malern durchgesetzt hatte, aber noch keine Hellmalerei, wie sie in Frankreich seit den ersten Ausstellungen der Impressionisten noch vor 1870 bekannt war. Der kulturelle Austausch zwischen Paris und dem Rheinland war nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 fast vollständig abgebrochen und ist auch auf künstlerischer Ebene in offene Rivalität umgeschlagen 1906 entschloß sich Richard Bloos zu einer mehrjährigen Studienreise nach Paris, wo er künstlerisch den Anschluß an die moderne Malerei herzustellen hoffte. Die relativ lange Dauer des Aufenthaltes von 1906 bis 1914 führte bei ihm zu einer Aneignung impressionistischer Stilmittel, die wesentlich stärker als bei anderen Düsseldorfern ausgeprägt war. Er beschickte seit 1908 die Ausstellungen der Münchner Sezession und den Pariser Salon der Societé Nationale des Beaux Arts zwischen 1910 -14 mit Gemälden. 1911 fand eine Kollektivausstellung seiner Werke in München statt. In Paris schuf Bloos zahlreiche Gemälde in Pleinair Malerei, die in lockerem Kolorit Szenen des städtischen Lebens und aus dem artistischen Milieu wiedergeben. 1909-13 war er im "Salon des Indépendants mit Landschaften, Portraits und Figurenbildern vertreten. 1928 wurden Radierungen von Bloos zur besten deutschen Graphik erklärt. (Horn) Eine Reihe von Zeichnungen, Drucken, Litographien belegen Bloos karikiriende Fähigkeiten, in der sich der brillante zeichnerische Stil mit einer scharfen Beobachtungsgabe anekdotischer Gesellschaftsmomente paart. In der sicheren Linienführung, die trotz ihrer flotten Art Körperhaltungen und Minenspiel präzise einfängt, lassen sich Parallelen zu Honoré Daumiers satirischem Zyklus "Les gens de justice" erkennen. 1914 kehrte Bloos nach Düsseldorf zurück und ließ sich in Oberkassel nieder. Dort malte er weiterhin Stadtansichten, Landschaften und figürliche Szenen, deren motivische Anregungen er aus der unmittelbaren Umgebung bezog. Die Betonung des Licht- und Schattenspiels, die Zerlegung der Körperfarbe in eine breit gestreute Palette, sowie die Ausschnitthaftigkeit der Szenerie vermitteln im impressionistischen Sinn den Eindruck von Spontanität und momentspezifischer Stimmungen. Im Gemälde "Königsallee" sind, im Gegensatz zu den Pariser Stadtszenen, die als dunkle Flecken skizzierte Staffagefigürchen ihrer hellen Umgebung deutlich untergeordnet. Auch die Wahl des weit erhöhten Betrachterstandpunkts läßt hier einen stilistischen Wandel erkennen. Anders als im französischen Impressionismus ließ Bloos die dort getrennten Darstellungen des urbanen Lebens und der Landschaft miteinander zur "Stadtlandschaft" verschmelzen. Das großstädtische Leben der französischen Künstler-Metropole hat Bloos Schaffen auch nach seinem Aufenthalt weiterhin geprägt. Die Ansichten von Paris und dem Pariser Großstadtleben durchziehen sein gesamtes Werk. Dem Künstlerverein Malkasten gehörte Bloos bereits während seiner Ausbildung zwischen 1901 und 1906 an. Nach seinem Parisaufenthalt 1916 blieb er dem Verein bis zu seinem Tod treu.
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