Künstler von A bis Z:

* GRUPPE SPUR

Name: GRUPPE SPUR
Vorname: *
Lebensdaten: * 1958
Zu Leben und Werk: SPUR, auch S. P. U. R., war eine avantgardistische Gruppe bildender Künstler, die 1958 in München gegründet wurde. Sie leistete einen wichtigen künstlerischen und mit ihrem Manifest auch theoretischen Beitrag zur deutschen Avantgarde nach 1945. Ihr gelang der Anschluss an die europäische situationistische Internationale. Die SPUR-Künstler lernten sich an der Akademie der Bildenden Künste in München kennen. 1957 formierten sie sich zur Gruppe, die bis 1965 bestand. Mitglieder der Gruppe SPUR waren zusammen mit der Gruppe COBRA, Vertretern der Gruppe um Debord und anderen Künstlern, Literaten und Theoretikern die Situationistische Internationale. Die Künstler beschäftigten sich sowohl mit Malerei als auch mit gesellschaftspolitischen Fragen, was für sie kein Widerspruch, sondern programmatischer Bestandteil war. Die Gruppe gab 1960 und 1961 sieben Hefte unter dem Namen SPUR heraus. Das berühmteste Heft mit einer Auflage von 1500 Stück und zahlreichen Abbildungen ist die Nummer 6, Spur im Exil, das einzige farbig gedruckte Heft. Am Ende der dritten Konferenz der Situationistischen Internationalen verteilte die Gruppe am 21. April 1959 in München ihr Manifest, das Flugblatt Ein kultureller Putsch während Ihr schlaft!. Unterzeichner waren H. Prem, H. P. Zimmer, H. Sturm, G. Stadler, L. Fischer, A. Jorn, D. Rempt, E. Eisch und G. Britt. In dem Flugblatt setzt sich die Gruppe mit markigen Worten vom Kunstbetrieb ab und fordert: "Wer Kultur schaffen will, muß Kultur zerstören.". Die Künstler sprechen der Kunst jeden Bezug zur Wahrheit ab und nennen die abstrakte Malerei einen "hundertfach abgelutschte[n] Kaugummi". Sie fordern "den Kitsch, den Dreck, den Urschlamm, die Wüste", "den Irrtum, einen ehrlichen Nihilismus" und prophezeien die Malerei der Zukunft als "polydimensional". Als jeweils "dritte Welle" setzten sich in die Tradition des Tachismus, des Dada, des Futurismus und des Surrealismus. Das Manifest schließt mit beschwörungsartigen Formeln: "WIR SIND DIE DRITTE WELLE. Wir sind ein Meer von Wellen (SITUATIONISMUS). WIR SIND DIE MALER DER ZUKUNFT!" Gegen die Gruppe fand u. a. einer der spektakulärsten Gotteslästerungsprozesse der BRD statt. Heimrad Prem, Helmut Sturm, H. P. Zimmer und Dieter Kunzelmann wurden in der ersten Instanz wegen Verbreitung unzüchtiger Schriften zu Haftstrafen von fünf Monaten bzw. fünf Monaten und zwei Wochen verurteilt, die aber in zweiter Instanz zur Bewährung ausgesetzt wurden. Eine Verfassungsbeschwerde vor dem Bundesverfassungsgericht wurde allerdings 1975 endgültig abgelehnt.
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