Künstler von A bis Z:

Andreas Weische

Name: Weische
Vorname: Andreas
Lebensdaten: geb. 1964
Zu Leben und Werk: 1964: Andreas Weische wurde im August 1964 als erstes von drei Kindern des Verwaltungsbeamten Siegfried Weische und seiner Frau Rotraut in Fröndenberg geboren. Er wächst im sauerländischen Menden auf. Sehr früh entdeckte der Großvater die Freude des erst 7-jährigen Andreas Weische. 1971-1973: Der Großvater, selbst Maler, bringt Andreas Weische zu einem befreundeten Künstler, dem Goldschmied Riffelmacher in die "Lehre". Dort erlernt Weische die Grund-Techniken des Emaillierens und Ziselierens und bekommt ein Gefühl für den Umgang mit edlem Metall. Bereits in dieser Zeit entdeckt Andreas Weische, wie er heute selbst sagt, daß ihm die "Reisen ins tiefste Innere seinerselbst" seine Lebensrealität beschreiben und beginnt, seine Welt zu definieren und handwerklich auszuformen. 1984: Andreas Weische absolviert die Fachhochschulreife für Gestaltung am Walram-Gymnasium in Menden. 1985: Einjähriges Praktikum in einer Metalloberfächen-gestaltenden Designer-Werkstatt in Iserlohn. 1986 - 1990: Lehre als Goldschmied. Abschluss als Innungs-Bester. 1989 -1991: In den Jahren 1989 bis 1991 beschäftigt sich Andreas Weische mit einer Art gegenstandsloser Malerei, die er bei "Wols" auf einer retrospektiven Ausstellung des Künstlers in Düsseldorf entdeckt. Auf zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland präsentiert Andreas Weische schon seit 1991 seine Vielseitigkeit. 1990 - 1992: Andreas Weische zieht nach München, wo er für zwei Jahre eine Juweliersfiliale leitet. Hier wird er neben seiner täglichen Arbeit als Goldschmied, inspiriert von der barocken Vielfalt der bayrischen Metropole, zum peniblen Gegenstandsfetischisten an der Staffelei. 1992: 1992 bezieht Andreas Weische ein größeres Atelier im oberbayrischen Oberndorf. Seine Faszination Malerei führt ihn zu den großen Malerkollegen der "Phantastischen Malerei". Er lernt Mac Zimmermann kennen und besucht ihn einige Male in Wasserburg. Zu Prof. Ernst Fuchs, der ihn auf seinem Ausbildungsweg begleitet, verbindet ihn seither eine Freundschaft. Andreas Weische hält sich öfter in Wien auf. Sehr intensiven und freundschaftlichen Kontakt pflegt er zu den Münchner Malern Bele Bachem und Fabius von Gugel. 1993: 1993 wird Andreas Weische von der Akademie der bildenden Künste in München als freischaffender Künstler diplomiert. Er bezieht ein großes Atelier im sauerländischen Neuenrade. In einer alten Fabrik richtet er sich sein Maleratelier und eine Goldschmiede ein. 1994: Andreas Weische nimmt als jüngster Künstler an der internationalen Symbolisten-Ausstellung " Du Fantastique Au Visionaire" in Venedig teil. 1995: Unter dem Titel "Begegnung 95" gestalten Bele Bachem und Fabius von Gugel gemeinsam mit Andreas Weische eine große Ausstellung auf Burg Altena aus. Ein erster Katalog erscheint. 1996: Andreas Weische beschäftigt sich mit der Druckgrafik und richtet zusätzlich eine Radierwerkstatt in seinem Atelier ein. Seine vielseitige Arbeit umfaßt nun auch das Erstellen von Bronzen und Plastiken, zudem das Entwerfen von Formen und Dekors für Glas und Porzellan. Für den Weitbrecht-Verlag entwirft er den Buchumschlag für den "Niemandsgarten" von Michael Ende. In der Folgezeit baut er Leuchtobjekte und Schränke und fertigt - ganz nach seinen Ideen Schmuck und Juwelen. 1998: 1998 erfolgt auf Schloss Füchten eine große Einzelausstellung als Werkschau unter der Schirmherrschaft von Dr. Antje Vollmer (Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages), die die Ausstellung persönlich eröffnet. 1999: Umzug nach Balve. Ende des Jahres verwüstet ein Brand das neue Atelier. 2000: Aufenthalte in Spanien auf Gran Canaria und in Andalusien 2001: Wiedereinzug in das Haus "Auf der Gabel" in Balve. 2005: Umzug nach Kamen 2006: Umzug nach Altena. Dort richtet Andreas Weische auf 400 qm im "Graetzhochhaus" sein neues Atelier ein und beginnt, verwöhnt von optimalen Atelierbedingungen - seine gewohnte Betriebsamkeit wieder aufzunehmen. 2007: Intensive Beschäftigung mit der Porzellanmalerei und Entwurf verschiedener Dekore u.a. bei Holger Müller in Arzberg / Fichtelgebirge. Häufige Aufenthalte im Fichtelgebirge. 2008: Ausstellung in der IHK Dortmund. Reisen nach Kenia und Griechenland. Ausstellung bei Billib & Galentz in Berlin. Veröffentlichung eines Portraits im Kunstmagazin "Artprofil" (No.5/08) Andreas Weische ist der Prototyp des phantastischen Künstlers, der das grelle Licht der Welt scheut, um im Dunkeln seine phantasievollen Visionen zu erzeugen. Die Welt der äußeren Realität störe ihn, so erzählt er, denn sie halte ihn von den abenteuerlichen Reisen in seiner Innenwelt ab. Und dies ist - bedingt durch seine Lebensgeschichte - in der Tat einzigartig und unverwechselbar. Schon seine Art zu malen ist buchstäblich ein atemberaubendes Abenteuer. Farben und Formen, auch das Material selbst, nehmen im hohen Maße Einfluß auf die schöpferische Arbeit. Nur in seltenen Fällen werden die Gemälde bewußt mit absichtsvoller Bedeutung angereichert, die nur in extremen Ausnahmefällen Einfluß auf das Ergebnis nimmt. Im Schaffensprozess selbst, bei der jeweils konkreten Entscheidung zu Form und Farbe, nimmt das Bild seine Gestalt an, immer wieder sich wandelnd und erneuernd, anhand von Assoziationsketten sich entwickelnd, die sich jeglicher logischen, rationalen Nachvollziehbarkeit verschließen. Als Grundstruktur für viele seiner Gemälde bevorzugt Andreas Weische den Blick in eine weite Landschaft. Der Kunstkritiker Wolfgang Saure´, der mit seiner Feder ebenso virtuos umgehen kann, wie ein Meistermaler mit dem Pinsel, beschreibt diese als eine "transzendente Landschaft, die von einem melodisch-weichen Leuchten aufgehellt wird". Das ist Programm und Verpflichtung zugleich, denn es handelt sich dabei um die magische Landschaft der Surrealisten. Bewußt entsteht durch eine solche Bildstruktur der Eindruck, als gewähre das Gemälde mit seinem Rahmen einen weiten Blick durch ein Fenster in eine unbekannte, unwirkliche Landschaft, und zwar so weit das Auge reicht. Ein Fenster also, in eine magische Welt, in der Unmögliches möglich wird, sämtliche Gesetze der uns bekannten Realität aufgehoben zu sein scheinen. In diesen magischen Räumen, in diesen "phantastischen Welten", setzt Andreas Weische wie auf einer Bühne - ebenfalls ein magischer Raum, da alles, was auf ihr geschieht, eine besondere Bedeutung erhält - Disparates in Szene und schafft fremdartige Beziehungen. Und je disparater und unverträglicher die Wesen sind, die in diesem magischen Raum in Szene gesetzt werden, um so größer und wundervoller wird das Rätsel des Bildes, mit dem der Betrachter konfrontiert wird. Die Gemälde von Andreas Weische sind Fenster in andere Welten, die sich, wie bei einem Spiegel, hinter der äußeren Wirklichkeit verbergen. Die Landschaften, in die wir blicken, gehören zum faszinierenden Reich der Innenwelten, zu denen Menschen merkwürdigerweise nur schwer Zugang finden. Offensichtlich ist der Drang, die äußere Welt zu gestalten, sie zu beherrschen, so stark, daß dadurch der Zugang zur eigenen Innenwelt in aller Regel versperrt bleibt. Das ist eine Erfahrung, die wir, wie ich meine, alle teilen. Nur wer lernt, in einer Wechselwirkung zwischen Innen und Außen zu leben, gelegentlich von dem Anspruch abläßt, die äußere Welt in den Griff zu bekommen, kein Eroberer und Macher mehr sein will, wird fähig, in sich hineinzuhorchen, den Blick nach innen zu kehren. Langsam gelangt er auf diese Weise wieder zur Besinnung, das eigene Koordinatensystem erneuernd, das in Bezug zur Welt und seiner Rätselhaftigkeit setzt, Außen - und Innenwelten wieder miteinander ins Lot bringend, das ureigene, individuelle Maß wiederherstellend. Und was sich hier wie allgemeingültige Lebenserfahrung anhört, unternimmt jeder Künstler phantastischer Kunst mit seiner Arbeit von Neuem: Rückbindung zu schaffen zur eigenen Innenwelt, zur Innenwelt des eigenen Kulturkreises, der gesamten Menschheit. Um zur Besinnung zu kommen. Andreas Weische führt mit seinen Werken durch die Labyrinthe der eigenen Seele, bevölkert mit rätselhaften Ikonen und Phantasiewesen, die aus seiner ureigenen Mythologie stammen. Seine Absicht, Erstaunen und Verwunderung bei dem Betrachter auszulösen, wie auch die Tatsache, daß er in all seinen Arbeiten der Imagination, der originellen Bildfindung verpflichtet bleibt, stellen Andreas Weische in die lange und ehrwürdige Tradition der sogenannten "Phantastischen Kunst". Die Wurzeln dieser Kunst liegen nicht allein im Surrealismus, sie liegen ebenso in der Pictura metafisica, im Jugendstil, im Symbolismus, reichen zurück in den Barock, ins Jahrhundert des Manierismus, vermutlich sogar bis in die klassische Antike mit ihrem asianischen Stil und schließlich bis hin zur magischen, beschwörenden Kunst der Höhlenmalerei. Die Labyrinthe, so wie wir sie bei Andreas Weische erleben, sind keine leicht konsumierbare Ware: Alle Objekte und Wesen, denen man in den magischen Landschaften seiner Gemälde begegnet, sind hermetisch verschlüsselt, nur selten ist zu deren wahrer Bedeutung vorzudringen. Nichts erzählt unmitelbar von irgendwelchen konkreten Erfahrungen oder Erkenntnissen. Alles ist stilisiert, weggerückt vom realen Erlebnis, möglichst weit von der eigenen Person entfernt. Neben neuartigen Imaginationen tauchen in den Gemälden Symbole auf, Zitate aus anderen Werken und Zeiten reihen sich wie in einem Tanz an fremdartige Phantasiegebilde, die sich jeglichem intellektuellem Zugang verschließen. Die Palette der Empfindungen, die Andreas Weisches Weken zugrunde liege, reichen vom verspielten Witz über die Sehnsucht nach Schönheit bis hin zu erbitterten Provokationen. Der Betrachter wird anfangs darum bemüht sein, sich zurechtzufinden in der fremden Welt, eine Ordnung von zusammenhängenden Bedeutungen erzeugen wollend, doch wird er rasch einsehen, daß dies unmöglich gelingen kann. So bleibt ihm zu guter Letzt nichts anderes übrig, als das Gemälde in seiner Rätselhaftigkeit zu akzeptieren, damit eine Lebens - und Welterfahrung erneuernd, die unsere moderne Gesellschaft unter den Teppich kehrt. Was wissen wir schon wirklich über unser Leben in dieser Welt ? Es ist und bleibt ein Rätsel von manchmal erschütternder Undurchdringlichkeit.
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