Künstler von A bis Z:

Gastone Novelli

Name: Novelli
Vorname: Gastone
Lebensdaten: * 1. Juli 1925 Wien; † 22. Dezember 1968 Mai
Zu Leben und Werk: 1925 Gastone Novelli wird am 1. August in Wien geboren, Sohn von Margherita Mayer von Ketchendorf, Österreicherin, und Ivan Novelli, Militärattachè bei der Italienischen Botschaft in Wien. Kurz darauf kehrt die Familie nach Rom zurück, wo sie schon ansässig war.

1943 Nimmt er an den Widerstandsbewegungen in der Gruppe von Saverio Arcurio teil. Bei einem Hinterhalt wird er verhaftet, gefoltert und am 24. Oktober ins Gefängnis gebracht. Zu Tode verurteilt, wird die Strafe aber, dank dem Eingriff seiner Mutter, in lebenslänglicher Haft verwandelt. Als die Allierten Truppen in Rom einziehen wird er am 3. Juni 1944 befreit.

1945 Ü bersiedelt er nach Florenz und promoviert zwei Jahre später in Politik - und Sozialwissenschaften.

1947 Beginnt er zu malen. Wahrscheinlich macht er in Zürich die Bekanntschaft von Max Bill, der gemeinsam mit Max Huber und L. Bombelli-Tiravanti in Mailand die Ausstellung über Abstrakte und Konkrete Kunst organisiert.

1948 Im Februar reist er nach Brasilien, wo er zirka ein Jahr verweilt und seine Tätigkeit im Bereich der Inszenierungen beginnt. Ausserdem unternimmt er einige Reisen im Inneren des Landes. Diese sind die Voraussetzung der darauffolgenden Suche nach einer ursprünglichen Formsprache. Er kommt mit einigen Indiosstämmen in Kontakt, wie die Xavantes, die Novelli im Bildtext eines der Fotos bezüglich dieser Forschungsreise als “die letzten vollkommen wilden Indianer...” bezeichnet.

1949 Nach Italien zurückgekehrt, unternimmt er im Sommer eine Reise nach Österreich.

1950 Im Februar findet seine erste Personalausstellung im Theater “Sistina” in Rom statt, wo er eine Reihe von Gemälden expressionistischer Natur zeigt. Bei der Eröffnung ist Enrico Prampolini anwesend, der, zusammen mit Bill, die wesentliche Vermittlung seines Annäherungsversuches zum neokonkreten Stil bildet. Im Frühling ist er wieder in Brasilien, um sich den Vorbereitungen der II. Industriellen Ausstellung von Sao Carlos zu widmen. Nach Italien zurückgekehrt, heiratet er Giovanola Ripandelli, mit der er darauf nach San Paolo abreist.

1950-1954 Lebt er in Brasilien, in San Paolo. In dieser Zeit widmet er sich vielen und unterschiedlichen Tätigkeiten. Mit einigen Personalausstellungen, alle in San Paolo (Galleria Domus 1951, Galleria Ambiente und Galleria Tenreiro 1952 und im Kunstmuseum 1953) und mit der Teilnahme an wichtigen Kollektivausstellungen (I. und II. Kunstbiennale von San Paolo 1951 und 1953) setzt er seine malerische Ermittlung im Bereich der geometrischen Abstraktion fort. Neben dieser malerischen Tätigkeit widmet er sich auch der Keramikherstellung, von der nur einige fotographische Zeugnisse geblieben sind. Er unterrichtet am Istituto Superiore des Museums von San Paolo, wo er einen Kurs in Komposition hält. Im Dezember 1954 kehrt er nach Italien zurück und lässt sich in Rom nieder.

1955 Die Einführung in den römischen Kunstkreis muss man Emilio Villa verdanken, durch ihn lernt er Corrado Cagli kennen. Er kommt mit Achille Perilli in Kontakt, mit dem er eine langjährige Mitarbeit beginnt und erhält den Lehrauftrag als Assistent von Afro im Kunstlyzeum von via Ripetta. Er nimmt an der I. “Mostra d’Arte Interplanetaria” in Rom und an der III. Kunstbiennale von San Paolo teil. Das Experimentieren von Novelli verwirklicht sich in der Anwendung verschiedener Techniken, wie die Drippingmalerei und die direkten Fotografien, die in Italien schon von Luigi Veronesi und Bruno Munari verwendet worden waren.

1956 Sein Sohn Ivan wird geboren. Er reist erneut nach Brasilien als Exekutiv- Produzent des Films “La strada dei Bandeirantes”. Der Film wird nie ausgestrahlt werden, aber es ist interessant ihn als kulturelle Aktion zu erwähnen, die auf jene Tendenz in Brasilien gedrehter Filme zurückzuführen ist.

1957 Es ist ein wesentliches Jahr: er unternimmt viele Reisen nach Paris, wo er Tristan Tzara, André Masson, Man Ray und Hans Arp trifft; er stellt in der Galerie La Salita in Rom Bilder klarer informeller Aszendenz aus. Zur Ausstellung erscheint ein Faltblatt mit einem von ihm geschriebenem Text. Er gründet mit Achille Perille die Zeitschrift “L’Esperienza Moderna”, die in fünf Nummern bis 1959 erscheint; die Themen des Magazins werden die historischen Avandgarden, die orientalische Schrift, die Poesie sein. In der ersten Nummer wird zum ersten Mal in Italienisch der Text von Paul Klee “Le cose della natura analizzate dal suo interno. Essenza ed apparenza”, von Novelli übersetzt, veröffentlicht und im selben Heft erscheint sein Text “La macchina totem”, wo man betont “wie das unbewusste Voranschreiten in dieselbe Richtung, die Ergänzung und der Austausch von Erfahrungen zwischen Wissenschaft und Kunst, extrem evident erscheint, heute vielleicht mehr als in der Vergangenheit” und wie darin “das notwendige Gleichgewicht zwischen Zusammensetzen per Deduktion und Handeln per Intuition, zwischen logischer Überlegung und emotionaler Sensation, zwischen aktueller und bewusster Untersuchung und Erinnerung des Ursprungs” liegt. Seine Zusammenarbeit mit Schriftstellern und Dichtern beginnt mit der Illustrierung des Bandes “Un Eden Precox” von Emilio Villa und einer Mappe mit Gedichten von Dacia Maraini.

1958 Veröffentlicht er “Scritto sul muro”, ‘mit einem Alphabet, das noch zu erfinden ist’. Eine neue Personalausstellung findet in der Galerie La Salita in Rom statt, es folgen einige Kollektivausstellungen in Mailand (Palazzo della Permamente), Mexico City, London, Charleroi. Zu diesem Zeitpunkt ist im römischen Ambiente besonders der Einfluss der amerikanischen figurativen Kultur ausschlaggebend, durch die Anwesenheit von Cy Twombly (seit 1957 in Rom), von Willem De Kooning (während des Winters Gast bei Afro) und den Ausstellungen von Robert Rauschenberg beim Festival dei Due Mondi in Spoleto und in der Galerie La Tartaruga in Rom, neben der Retrospektive von Jackson Pollock in der Galleria Nazionale d’Arte Moderna.

1959 Nimmt er an mehreren Kollektivausstellungen in Rom, Paris, Mailand, Bruxelles, Tokyo, am Morgan’s Paint Preis von Rimini und am XI. Premio Lissone teil. Zu diesem Zeitpunkt, die materischen und zeichenbezogenen Interessen überwunden, sucht die Malerei von Novelli einen Dialog mit der Schrift.

1960 In der Galerie La Tartaruga in Rom findet eine Personalausstellung statt. Er nimmt an einigen Kollektivausstellungen in Stuttgart und Warschau teil, am 5. Premio Termoli und an der Ausstellung “Crack” in der Galerie Il Canale in Venedig, mit Cascella, Marotta, Mauri, Perilli, Rotella und Turcato, kuratiert von Cesare Vivaldi.

1961 Verweilt er in Paris, wo er Beckett, Simon, Bataille, Klossowski kennenlernt und eine enge Zusammenarbeit mit Renè de Solier um das gemeinsame Interesse für die Schrift beginnt. “ Comment c’est” von Beckett wird mit seinen Illustrationen veröffentlicht. Er unternimmt eine Reise in die Vereinigten Staaten, wo er an den Kollektivausstellungen in der Bolles Gallery in San Francisco und in der Alan Gallery in New York teilnimmt. Einige Personalausstellungen finden auch in der Galerie Il Traghetto in Venedig und in der Galerie Pagani del Grattacielo in Mailand statt. Nello Ponente stellt ihn der Galerie du Fleuve in Paris vor. Er nimmt an den von Giulio Carlo Argan kuratierten Ausstellungszyklus “Continuità” teil. Das Magazin “Metro” widmet ihm einen Artikel in welchem man unterstreicht, dass “...in den letzten Bildern.... hat das malerische Element stark die Oberhand gewonnen”. Er nimmt an der VI. Kunstbiennale in Tokyo und am XII. Premio Lissone teil.

1962 Es beginnt die Zusammenarbeit mit der Gruppe von Schriftstellern und Dichtern “Novissimi”, es erscheint die “Antologia del Possibile”, mit Texten und Illustrationen von den wichtigsten Exponenten der literarischen und künstlerischen italienischen und internationalen Avandgarden, unter diesen Jean Clarence Lambert, André Pierre de Mandiargues, Anais Nin, Octavio Paz, Frank O’Hara, Giò und Arnaldo Pomodoro, Consagra, Dorazio, Fontana, Twombly, Turcato, Vedova und Duchamp. Er realisiert in einem einzigen Exemplar “Histoire de l’Oeil” (vom gleichnamigen Buch von Bataille) mit 22 Originalzeichnungen. Durch die im Sommer unternommene Reise nach Griechenland wird im Künstler wieder jenes Interesse für die Grundkultur erweckt, wobei die Ausdrucksform magische Valenzen annimmt, ein Interesse, das sich schon während des Brasielienaufenthalts entwickelt hatte. Simon äussert sich in der Vorstellung der Ausstellung in der Alan Gallery so zu seiner gegenwärtigen Ermittlung: “Das Unnennbare zeichnen und gleichzeitig wissen, dass es eine Illusion ist.....Versuchen, auch wenn im vollen Bewusstsein der Unmöglichkeit des Versuchs, des Scheiterns, versuchen in diesen Schachbrettern, deren prächtige Farben die Federn der tropischen Vögel erinnern mit welchen die Indianer ihre Kostüme herstellen, etwas einzufangen, versuchen so die Welt festzuhalten durch diese Sammlung von Zeichen, diesem Alphabet von “geliebten Dingen”...” Im Frühling stellt er mit Baj in der Alan Gallery in New York aus, wo auch Ende des Jahres noch eine Personalausstellung stattfindet. Weiters beteiligt er sich an einigen Kollektivausstellungen in der Galerie du Fleuve in Paris und in der Maison de la Culture in Le Havre. 1962 kennt er Marina Lund lernen, die für einige Jahre seine Lebensgefährtin wird. Der Name Marina erscheint öfters in den Titeln der Werke der Sechziger Jahre.

1963 Nimmt er an zwei wichtigen internationalen Ausstellungen teil, die dem Verhältnis zwischen Malerei und Skulptur gewidmet sind, eine findet in der Galerie Schmidt in Paris statt, die andere in Amsterdam im Stedelijk Museum. Weitere Personalausstellungen finden in der Galleria Pogliani in Rom, in der Galleria Levi in Mailand und in der Tokyo Gallery in Tokyo statt. Er nimmt auch an der Ausstellung “Aspetti dell’arte contemporanea” in Aquila und an der VII. Kunstbiennale von San Paolo teil.

1964 Alfredo Giuliani zeigt eine Ausstellung von Zeichnungen Novellis in der Galleria Arco d’Aliberto in Rom und eine wichtige Antologie wird im Kunstverein in Freiburg vorbereitet. Er nimmt an der XXXII. Kunstbiennale in Venedig teil, vorgestellt von Nello Ponente, wo er den Gollin Preis erhält, sowie am X.Premio Termoli. Er malt das Bühnenbild für die Komödie von Arthur Kopit “Oh papà, povero papà, la mamma ti ha appeso nell’armadio e io mi sento così tiste”, inszeniert vom Theater La Cometa von Rom. Immer für dasselbe Theater konzepiert Novelli die Bühnenbilder für einen Text von Alfredo Giuliani “Urotropio”. Scheiwiller veröffentlicht “Pelle d’asino” von Giuliani und Pagliarini mit Illustrationen von Novelli, für dessen Theateraufführung der Künstler den Bühnenvorhang und den Bühnenhintergrund realisiert. Er verwirklicht eine Reihe von Zeichnungen für die “Hilarotragedia” von Manganelli, mit dem er gemeinsam mit Giuliani und Perilli die Zeitschrift “Grammatica” gründet.

1965 Die Galerie Thomas in München und die Alan Gallery in New York zeigen seine Personalausstellungen; anlässlich dieser letzten Ausstellung produzieren O’Hara und der Regisseur Massimo Mida den ersten Kurzfilm über ihn. Er erbaut und bemalt das Teatrino delle marionette für den Teatro Club Orsoline 15. In Freiburg erschient “Das Bad der Diana” von Klossowski mit seinen Stichen.

1966 Plant er ein Visual-design Seminar an der Architekturfakultät in Rom, im Bereich des Kurses Elemente der Architektur von Maurizio Sacripanti, der aber nicht abgehalten wird. Personalausstellunge finden in der Court Gallery in Kopenhagen und in der Marlborough in Rom statt, letztere mit einem Text von Pagliarini. Er plant die Grafik und realisiert eine Lithographie für “Vita Vita Vita” von Augusto Frassineti und eine Radierung für L’albero poeta von Guido Ballo. Er veröffentlicht “Viaggio in Grecia”, ein Tagebuch in dem sich die Mythen von Brasilien und Griechenland in einer Erinnerungsreise überkreuzen und vermischen, die “ein ziemlich grosses Territorium, mit Bergen bedeckt, allen unbekannt, auf keiner Karte verzeichnet”, durchquert (aus “Viaggio in Grecia”). Auf dieses Jahr sind die ersten Werke klarer politischer Matritze zurückzuführen, die in den zwei folgenden Jahren sich jedesmal auf die kulturelle Revolution, auf die Emanzipationskämpfe “des Südens der Welt” und auf einen stärkeren Antiamerikanismus beziehen, ganz im Einklang mit den Jugendbewegungen und dem Protest-klima.

1967 Anlässlich der Veröffentlichung der zweiten Nummer der Zeitschrift “Grammatica” nimmt er am Happening in der Buchhandlung Feltrinelli in Rom teil. Wichtige Personalausstellungen finden in Turin in der Galleria La Bussola, in Venedig in der Galleria Paolo Barozzi, in Montecatini Terme in der Galleria Flori und in Genua in der Galleria Rinaldo Rotta statt. Weiters nimmt Novelli an zahlreiche Ausstellungen teil, so an der Rassegna Grafica Romero in Rom und im Museum in Graz, und am “Premio Michetti” in Francavilla al Mare. Sein Interesse für die Comicsprache dauert an, er realisiert “I Viaggi di Brek” (Alfieri Verlag) und “L’acqua alle piante (Storie di Eva)” in der zweiten Nummer des Magazins “Grammatica”. Er veröffentlicht den Aufsatz “Sul linguaggio” in der Zeitschrift “Bit” und gestaltet einen Wandteppich für das Aussenministerium. In der Zwischen zeit zieht er nach Venedig.

1968 Das Museum von Chaux de Fonda, die Galleria Tonelli Arte Moderna in Mailand, die Galerie Semiha Huber in Zürich und die Galerie Espace in Amsterdam widmen ihm Personalausstellungen. Weiters ist er bei wichtigen Kolletivausstellungen im Jewish Museum in New York präsent. Zur XXXIV. Kunstbiennale in Venedig ist er mit einem eigenen Saal eingeladen, aus Protest gegen den Eingriff der Polizei in den “Giardini”, weigert er sich seine Werke auszustellen und dreht alle Bilder gegen die Wände um. In einem Brief an Vittorio Carain (Inhaber des Restaurants L’Angelo in Venedig, sein enger Freund und grosser Kunstsammler der zeitgenössischen Kunst) spricht Novelli über diese schmerzvolle Entscheidung: “Es gibt Momente im Leben, zum Glück seltene, wo es notwendig ist einen Beitrag zur eigenen menschlichen Würde zu zahlen. Ich weiss, denn ich bin kein richtiger Revolutionär, sondern ich liebe eine gewisse persönliche Mondanität, dass meine Geste riskiert Don Chisciottisch zu sein.....Aber jetzt, ganz ehrlich, die einzigen Gründe um etwas wieder an die Wände zu hängen, auf jene Wand, sind eindeutig fragile Motive: das Beispiel der anderen, der Verkauf eines Bildes, eine Rezension auf der Zeitung. Ich bin schon viel weiter als diese Biennale gegangen (In Grammatica nr. 5 1976 veröffentlich-ter Brief). Im Oktober ist er in Mailand, wo er an der Kunstakademie in Brera zu unterrichten beginnt. Er stirbt am 22. Dezember an einem postoperativen Kollaps. Beweis der internationalen Anerkennung seiner Arbeit sind seine vielen Ausstellungen in den wichtigsten italienischen und amerikanischen Museen und die Präsenz seiner Werke in den grossen Kunstmuseen der modernen Kunst und in den wichtigsten Privatkollektionen. 1972 widmet ihm die Galleria Civica in Turin die erste grosse Retrospektive und im gleichen Jahr organisiert das Museum of Modern Art in New York eine Ausstellung um die Schenkung (1968) des Gemäldes “Cenfuegos” zu feiern. 1976 erscheint der erste Katalog seiner Werke kuratiert von Zeno Birolli und Achille Perilli veröffentlicht eine monographische Nummer der Zeitschrift “Grammatica” mit allen Schriften. 1983 findet die grosse anthologische Ausstellung der Arbeiten auf Papier im Padiglione d’Arte Contemporanea in Mailand statt, während 1988 die Galleria Nazionale d’Arte Moderna eine wichtige Retrospektive organisiert. 1990 folgt eine Personalausstellung in New York in der Rayburn Foundation und 1992 werden einige wichtige Werke von Novelli in der Kunstsammlung der Salomon R. Guggenheim Foundation aufgenommen, eine Schenkung, die mit einer Ausstellung gefeiert wird. Ende des Jahres werden eine anthologische Ausstellung in Brescia im Palazzo Martinengo und eine in Modena in der Palazzina dei Giardini organisiert. 1998 ist in der Galleria Nazionale d’Arte Moderna eine Nachbildung des Saales von Novelli anlässlich der Kunstbiennale von 1968, den der Künstler damals aus Protest geschlossen hatte, wieder hergestellt. 1999 organisiert das MART, Museo d’Arte Moderna e Contemporanea von Trient und Rovereto eine grosse Ausstellung. 2005 zeigt eine Ausstellung im Auditorium - Parco della Musica in Rom das Verhältnis des Künstlers mit der Jazz Musik. Zur Zeit wird ein Generalkatalog aller Werke von Novelli vorbereitet, kuratiert von Pia Vivarelli, in Zusammenarbeit mit dem MART, Museo d’Arte Moderna e Contemporanea von Trient und Rovereto, dessen Veröffentlichung 2007 vorgesehen ist. Von grosser Rilevanz ist das Interesse, das das Werk von Gastone Novelli hervorgerufen hat, vor allem in Frankreich. Claude Simon, Literaturnobelpreis 1985, seit kurzem verstorben, widmet eines seiner letzten Bücher “Le Jardin des Plantes (1997)” seiner tiefen intellektuellen aber auch kreativen Beziehung mit dem Künstler. Wie später Brigitte Ferrato-Cobe in ihrem von den Cahiers de l’Université de Perpignan 2000 veröffentlichten Essay hervorhebt, ordnet der grosse Schriftsteller die Wörter in den Seiten seiner Bücher auf dieselbe Art und Weise wie Novelli mit den Buchstaben und Wörtern in den Gemälden der frühen Sechziger Jahre spielte, sicherlich inspiriert vom Umgang mit Dichtern und Intellektuellen. Jean-Yves Laurichesse, ein anderer Forscher der Universität von Perpignan, hat seine Studien der Beziehung zwischen Claude Simon und Gastone Novelli gewidmet und bemerkt in einem Essay von 2001 die gegenseitige Faszination und die gleichen intellektuellen Interessen für den “Ursprung”, der in onirischer Matritze interpretiert wird.

(Text: Maria Bonmassar)
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