Künstler von A bis Z:

Shmuel Shapiro

Name: Shapiro
Vorname: Shmuel
Lebensdaten: 1924 - 1983
Zu Leben und Werk: Shmuel Shapiro wurde am 19.9.1924 in New Britain, Connecticut (USA) geboren, als Sohn jüdischer Einwanderer, welche aus Russland um die Jahrhundertwende nach Amerika emigrierten. Die Familie betrieb einen kleinen Milchhandel.

Nach Vollendung der Schule begann er mit 15 Jahren ein Kunststudium an der Art School in Hartford. Von 1943-46, während des Krieges, diente er in der Armee in Europa.

Anschliessend studierte er wieder in Hartford, später in Boston, New York, Indianapolis und schliesslich in Bloomington an der Indiana Universität. Hier wurde er Assistent von Professor Engel.

1955 erhielt er ein Fulbright-Stipendium für ein Studium in Paris. Dort lernte er sehr bald Künstler wie Brancusi, Giacometti, Corneille und Hayter kennen.

1957 wurde er Dozent am American Students and Artists Center in Paris. Es folgte ein kurzer Aufenthalt in USA, bis er nach Wildflecken an der Rhön (D) übersiedelte.

1964 entstanden erste Zeichnungen mit figürlichen Motiven. Die Verfolgung und Ausmerzung der Juden während der Naziherrschaft waren das Thema. Viele dieser graphischen Blätter zerstörte er - wie überhaupt sein Frühwerk.

Allmählich löste er sich vom Gegenständlichen, seine Malerei wurde freier. Shapiro wechselte auch öfters seinen Wohnsitz, so zog er nach Karlsruhe, ins Elsass, und 1970-71 nach Basel. In jener Zeit lernte er Mark Tobey kennen, den er sehr verehrte und bewunderte. Zwischendurch machte er immer wieder Abstecher nach USA, doch er war allmählich zum Europäer geworden.

1975 liess er sich endgültig in Immenried im Allgäu nieder. Noch öfters als seinen Wohnsitz wechselte er die Galerien. Immer war er in Geldnöten und verkaufte daher viele seiner Bilder direkt aus dem Atelier. Nach einer schweren Krankheit und tiefen Depressionen fand er mit neuen Freunden zu seiner Arbeit zurück. Bis zu seinem Tode malte er wie ein Besessener und hinterliess ein grosses Oeuvre.

Gestorben ist Shmuel Shapiro am 12.8.1983 in Ravensburg. Seine Malweise erinnert an das amerikanischen Action-Painting, doch auch die europäischen Einflüsse wie der französische Informel oder der deutsche Expressionismus sind bemerkbar. Shapiros Bilder sind ein Fest der Farben, er liebte es, von heller zur dunklen Farbigkeit, vom Abstrakten zum Gegenständlichen, vom Kompliziert-Dramatischen zum Einfach-Stillen zu gehen. Bildnisse oder figürliche Szenen konnten mit Collagen wechseln, und dies alles wiederholte sich in gewissen Rhythmen. Für ihn hiess malen aus der Farbe ein Bild formen. Die meisten Kompositionen waren freie Umsetzungen von Erinnerungen an Landschaften und Stillleben. Es war weniger die Geste als die Farbe, die für ihn zum Mittel wurde, sein Lebensgefühl darzustellen. Seine Werke wurden u.a. in USA, Frankreich, Deutschland, Grossbritannien und der Schweiz ausgestellt.

© Galerie HILT AG Basel
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