Künstler von A bis Z:

Theodor Zeller

Name: Zeller
Vorname: Theodor
Lebensdaten: 9.5.1900 Donzdorf - 3.12.1986 Freiburg i.B.
Zu Leben und Werk: Maler, Zeichner und Graphiker; geboren in Donzdorf (Kreis Göppingen); 1916 Besuch des königl.-württemberg. Gymnasiums in Ehingen; dem Wunsch der Mutter folgend soll er Priester werden; 1918 melden er und Schulkameraden sich ein halbes Jahr vor dem Abitur als Kriegsfreiwillige (Vereidigung am 28. Juli 1918); 1920-21 Nachholung des Abiturs und erneut ansässig im Konvikt in Ehingen; aufkommende Zweifel an geplanter Priesterlaufbahn; dennoch beginnt er 1922 mit dem Studium der Theologie, Philosophie und Geschichte in Tübingen; 1923 Wechsel an die Universität Freiburg (hört dort u.a. Vorlesungen von Heidegger und Husserl); durch ein Stipendium kann er zwei Semester in München Theologie studieren; über Freunde bekommt er Kontakt in Schwabinger Künstlerkreise und will sich in die Kunstakademie München einschreiben lassen, jedoch wird die vorgelegte Bildmappe abgelehnt; darauf stellt er einen Aufnahmeantrag an der Badischen Landeskunstschule Karlsruhe, der angenommen wird, den Zeller aber wiederum nicht antritt; erneut ansässig in Freiburg (bei Witwe Pfaff in der Scheffelstraße), Abbruch des Theologiestudiums und endgültige Zuwendung zur Malerei; erste künstlerische Unterweisung bei Hans Lemke; durch Zufall sieht der Direktor der Dresdner Bank in Freiburg Keller ein Stillleben Zellers, das er sofort kauft; 1927 Keller finanziert im Folgenden den einjährigen Studienaufenthalt Zellers in Florenz; in Florenz Bekanntschaft mit dem Verleger Dr. Theophil Herder-Dorneich aus Freiburg, sowie mit seiner späteren Frau, der jüdisch stämmigen Eva-Martina Gurschner aus Wien; 1928 Illustrationsaufträge von Verleger Herder-Dorneich für ein Meßbuch und Dantes Göttliche Komödie; 28.09.1928 Heirat; am Südsporn des Mauracher Berges in Denzlingen baut sich Zeller ein kleines Haus mit Atelier; fortan freischaffend tätig; 18.8.1929 Geburt des Sohnes Ambrosius-Johannes; 23.12.1931 Geburt der Tochter Veronika; immer wieder Spannungen zwischen dem Ehepaar (insbesondere aufgrund der wirtschaftlichen Notlage); 1933 finanziert Verleger Herder-Dorneich Zeller einen halbjährigen Italienaufenthalt; 1935 nach der postalisch zugestellten Aufforderung zur Zwangssterilisation verlässt Eva Zeller Denzlingen und reist über Paris, Marseille und Genua nach Rom; in Rom zunächst als Wirtschafterin an der Villa Massimo tätig; 1936 als sie jedoch per Unterschrift ihre arische Abstammung bestätigen soll, verweigert sie dies und kehrt nach Deutschland zurück, um ihre Kinder zu holen und erneut nach Rom zu reisen; 1937 wird Theodor Zeller aufgefordert der Reichskulturkammer beizutreten, was er verweigert; 1937 werden im Rahmen der Entartete-Kunst-Aktion zwei Werke Zellers beschlagnahmt; 1938 verkauft Zeller sein Haus an die Gemeinde Denzlingen und reist nach Rom zu Frau und Kindern; bis 1941 wohnhaft in einem Kloster der Kapuziner; 1941 müssen die Zellers die Klosterwohnung für einen italienischen Offizier räumen und ziehen um nach Gallicano nel´Lazio di Roma; 1941 meldet sich Zeller freiwillig zum Kriegsdienst; Zeller wird nach Berlin befehligt und soll in den Dienst der Reichskulturkammer treten; Zeller lehnt ab,wird aus der Wehrmacht ausgeschlossen und kehrt zur Familie zurück; erneuter Umzug nach Rom; dort Überwachung, mehrmalige Verhaftungen und Verhöre durch deutsche Agenten; die Lebensverhältnisse der Zellers verschlechtern sich zunehmend; die Bombenangriffe auf Rom zwingen die Familie zum Umzug nach Gallicano; es folgend dramatische Fluchtepisoden nach De l´Aquila am Gran Sasso, Perugia, Florenz; die Familie wird getrennt, Eva Zeller kommt mit beiden Kindern nach Oberbayern (Obereichhofen), während Theodor Zeller in Florenz als Dolmetscher und Angestellter bei einem deutschen Sanitätspark arbeitet; er gelangt in amerikanische Kriegsgefangenschaft aus der er 1946 in Bad Aibling entlassen wird; 1947 Umzug über mehrere Stationen in ein zerstörtes Haus in München; 1950 kehrt Zeller allein nach Denzlingen zurück, da sich die Familie weigert mit zu gehen; in Denzlingen neues Aufleben des Kontakts zu Verleger Herder-Dorneich; ab 1967 bildet sich ein Malkreis um Zeller; es folgen erste Ausstellungen in FReiburg und Denzlingen; 1973 wählt die "Union bildender Künstler Baden e.V." Zeller zu ihrem Präsidenten (bleibt dies jedoch aufgrund von Zerwürfnissen nicht lange); 1975 erster öffentlicher Auftrag den Chorraum der St.-Jakobus-Kirche auszumalen; 1979 Ausmalung der St.-Michaelis-Kirche; am 09. Mai 2000 wurde zum 100. Geburtstag eine Gedenktafel an Theodor Zellers Haus angebracht --- LITERATUR: SCHILL, Manfred (2000): Theodor Zeller. 1900-1986 Maler und Visionär; Denzlingen
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Vorschau-Bild Zeller, Theodor
Gemälde (Öl auf Lw.) -Stillleben mit roten Tulpen- monogr., 1926
Ausrufpreis/Gebot: 1.400,00 ¤
Losnr.: 92153

Vorschau-Bild Zeller, Theodor
Großformatiges Gemälde (Eitempera) -Mariä Verkündigung- 1957, gerahmt
Ausrufpreis/Gebot: 2.600,00 ¤
Losnr.: 96245