Künstler von A bis Z:

Artur Hennig

Name: Hennig
Vorname: Artur
Lebensdaten: 19.3.1880 Dresden - 4.6.1959 Ebersteinburg
Zu Leben und Werk: Maler, Zeichner, Grafiker, Keramiker, Porzellankünstler; Artur Bruno Kurt war der Sohn des Schuhmachers Friedrich Eduard Hennig und dessen Frau Katarina Helene; 1886-94 Besuch der Privatschule des „Vereins zu Rath und Tath“ (Dresden); vom 01.04.1894 bis 31.03.1898 Lehre in der Porzellanmalerei und Brennerei von Gustav Adolf Franz (Dresden); von Ostern 1898 bis Ostern 1899 Besuch der Königlichen Zeichenschule in Dresden (bei Paul Hermann Naumann, Hermann Eckert, Oskar Seyffert, Walther Stirl, Karl Berling); Ostern 1899 bis März 1902 Besuch der Kunstgewerbeschule Dresden (bei Paul Hermann Naumann, Woldemar Müller); Ostern 1901 Verleihung der bronzenen Preismedaille der Kunstgewerbeschule; Ostern 1902 Verleihung der silbernen Preismedaille der Kunstgewerbeschule; 1902 Umzug nach Meißen und Anstellung in der Malerei-Abteilung der Ofenfabrik Ernst Teichert GmbH; 1902-19 war Hennig bei der Firma Teichert beschäftigt und während dieser Zeit prägte er das Erscheinungsbild des Betriebs; 1904 Heirat mit der Dresdner Theaterkritikerin Johanna, geb. Wimpf (der Ehe entstammten der Sohn Wilfried und die Tochter Erdmute); 1908-10 hielt er Vorträge bei dem 1906 gegründeten Deutschen Monistenbund (Hennig beschäftigte sich v.a. mit der Synthese von Kunst und Leben und trat für eine Erneuerung der Kunst ein); 1907 Austritt aus der evangelischen Kirche, obgleich er weiterhin religiöse Thematiken in seiner Malerei verarbeitete; 1911 richtete sich Hennig ein Atelier in der Innenstadt Meißens ein; ab dieser Zeit nahm er an zahlreichen Ausstellungen in u.a. Berlin, Leipzig, Meißen, Dresden teil; die Sommer verbrachte die Familie stets in Grieben auf Hiddensee, wo Hennig Landschaftsstudien anfertigte; um 1917 Bekanntschaft mit Gottfried Heinersdorff; 1918-20 Besuch der Kunstakademie Dresden (als Meisterschüler von Ludwig von Hofmann); 1919 kündigte er seine Anstellung bei Teichert in Meißen, um sich ganz der Kunst zu widmen; Unterstützung für seinen Entschluss erfuhr er seit 1917 durch die niederländische Mäzenin Helene Kröller-Müller (1869-1939), die Gemälde und Grafiken erwarb und ihn auch mit Entwürfen für Mosaiken und Bleiverglasungen beauftragte; als 1923 die Unterstützung von Kröller-Müller endete, nahm Hennig seine Tätigkeit bei Teichert wieder auf und war dort bis 1925 beschäftigt; 1924 wechselte Hennig für einige Monate als freischaffender Künstler zur Porzellanmanufaktur Meißen; neben seiner Tätigkeit bei Teichert bzw. Meißen war er als Maler und Grafiker tätig; Oktober 1925 Berufung als Lehrer an die Staatliche Keramische Fachschule Bunzlau; in der dortigen Schulwerkstatt entwickelte Hennig zahlreiche Neuerungen in der Formensprache; Ende der 1920er hatte Hennig den größten Einfluss und Bekanntheitsgrad in der Keramikbranche; 1929 gestaltete er eine Abteilung bei der Breslauer Werkbundausstellung „Wohnung und Werkraum“; in Bunzlau übernahm er die Gestaltung vieler öffentlicher und privater Räume und Gebäude; 1930 nachdem seine erste Ehe geschieden wurde heiratete er erneut; 1927-32 als Entwerfer tätig für die Firma Friedrich Kaestner (Oberhohndorf), daneben 1930 tätig für die Porzellanfabrik Lehmann & Co. (Kahla); 1933 wurde er bei der Staatlichen Keramischen Fachschule in Bunzlau wenige Monate nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten entlassen (neben seinen reformistischen Ansätzen, gab es Gerüchte in Bunzlau, wonach Hennig Kommunist gewesen sein soll, doch lässt sich allein eine kurze Mitgliedschaft bei der SPD belegen (1928-30)); 1934-38 tätig für die schlesische Niederlassung des Ernst Carstens-Konzerns in Sorau; 1936 Umzug nach Sorau (Schmidtstraße 17), während seine Familie in Bunzlau wohnen blieb; 1941 Anstellung als künstlerischer Berater bei Villeroy & Boch in Mettlach; mit der Unternehmerfamilie von Boch war er freundschaftlich verbunden und porträtierte deren Kinder; kurz nach Kriegsende siedelte Hennig nach Meißen über, um dort am geplanten Neuaufbau einer Kunsthochschule und einer Meisterschule mitzuwirken; im Herbst 1945 Einreichung eines künstlerischen Beitrags anlässlich des Wettbewerbs „Erinnerungsstätten für die Opfer des Faschismus“ (veranstaltet von der Arbeitsgemeinschaft Bildender Künste in Dresden); Aufnahme in die Abteilung Dresden der Landeskammer der bildenden Künstler Sachsen; Hennig wollte aktiv an einer Erneuerung der gesellschaftlichen und kulturellen Ordnung in Sachsen mitwirkte, kehrte dann aber bereits im Dezember 1945 desillusioniert nach Westdeutschland zurück; bis Mitte 1946 erneut für Villeroy & Boch in Mettlach tätig; anschließend bis 1950 erhielt er die Leitung der Fachschule für Keramik in Höhr-Grenzhausen; 1950 Pensionierung und Umzug nach Loffenau; neben seiner künstlerischen Tätigkeit hält Hennig Vorträge und schreibt Aufsätze, zudem ist er weiterhin für Villeroy & Boch beratend tätig; 1953 Veröffentlichung des einflussreichen Lehrbuches „Grundordnungen der Formgebung für keramisches Gebrauchsgerät“ (Coburg); 1955 Umzug nach Ebersteinburg (bei Baden-Baden); Dezember 1959 Gedächtnisausstellung in Baden-Baden im Rahmen der 5. Jahresausstellung der Gesellschaft der Freunde junger Kunst; Keramikarbeiten befinden sich u.a. im Keramikmuseum (Höhr-Grenzhausen), Internationales Keramikmuseum (Weiden), Bröhan-Museum (Berlin), Stadtmuseum Zwickau --- LITERATUR: FRITZ, Bernd (Bearb.) (1982):Rosenthal: hundert Jahre Porzellan KLIMPEL, Volker (2002): Berühmte Dresdner: historisch-biographisches Handbuch bedeutender; Stuttgart: Union-Verlag; S. 181 --- Persönlichkeiten, geboren in Dresden; Dresden: Hellerau Verlag; S. 71 --- RISTOW, Imke (1999): Artur Hennig (1880-1959). Das gestalterische Werk und die Lehrtätigkeit an der Staatlichen Keramischen Fachschule Bunzlau; Weimar: VDG --- RISTOW, Imke: Hennig, Artur Bruno Kurt, in: „Allgemeines Künstlerlexikon (AKL)“, Online-Version, Künstler-ID: 00096366
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