Künstler von A bis Z:

Christian Roeckenschuss

Name: Roeckenschuss
Vorname: Christian
Lebensdaten: 1929-2011
Zu Leben und Werk: Ein deutscher Maler und Vertreter der Konkreten Kunst und des Minimalismus. Er war Mitglied in der Künstlergruppe Systhema. Christian Roeckenschuss studierte 1949/50 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden Gesang und Klavier. Nach der Übersiedlung nach Berlin-West aus politisch-ideologischen Gründen setzte Roeckenschuss sein Studium an der Hochschule der Bildenden Künste fort (1951–1957). Er orientierte sich an der abstrakten Avantgarde der 1910er bis 1930er Jahre sowie an den klaren Formen von Bauhaus und De Stijl. Zwischen 1950 und 1958 führten ihn Studienreisen und die Suche nach einer eigenen Formensprache weltweit durch zahlreiche Länder. Schon früh waren Tendenzen seines Kunstkonzeptes erkennbar. Erste kleinformatige Ölkreide-Entwürfe mit klaren geometrischen Formen entstanden 1956. Die Festlegung auf das quadratische Format und auf eine mathematisch kalkulierte Genauigkeit wurde deutlich. Beeinflussungen, sich in Richtung Minimalismus und Konkreter Kunst zu entwickeln, gingen auch von abstrakt-konkret arbeitenden Künstlern wie Antoine Pevsner und Hans Arp aus. Beide lernt Roeckenschuss während eines Studienaufenthalts in Paris kennen. Später folgte ein Austausch mit Lucio Fontana, den er in Mailand besuchte. Seit 1957 arbeitete Christian Roeckenschuss freischaffend in Berlin. In den 1950er Jahren zählte er zu den wenigen geometrisch-abstrakt arbeitenden Künstlern der Stadt.[1] „Weg vom Persönlichen und Begrenzten, hin zum Universalen und zur Kühle der technischen Zeit.“[2] lautet Roeckenschuss' künstlerisches Credo. Quadrate, Rechtecke und mit Zirkel und Lineal entworfene Formate, oft in Signalfarben, kennzeichnen viele seiner Bilder. 1958/1959 entstanden die so genannten Zielscheibenbilder – Kreiskonstruktionen, bei denen sich Kreisformen spielerisch in Segmente auflösen. In den 1960er Jahren experimentierte Christian Roeckenschuss mit Materialien aus dem Modellbau- beziehungsweise Schreibwarenbedarf. Er arbeitete mit Rastern, Schablonen auf Holz, Papier und Plexiglas. Ebenfalls in den 1960er Jahren setzte sich Roeckenschuss mit Aspekten von Lichtbrechungen und Lichtspiegelungen auseinander. Durch die Beschäftigung mit OP-Art und ZERO ist sein ¼uvre fundamental mit Gesichtspunkten der Bewegung und der Illusion des Raumes verbunden. Die Auseinandersetzung mit der räumlichen und ästhetischen Wirkung von Farbe wird unter anderem in Kunst-am-Bau-Projekten der 1980er Jahre in Berlin und Lübeck sichtbar, insbesondere aber in der ab 1975 bis zu seinem Tod andauernden Arbeit an der Serie der Séquences Chromatiques („Farbstreifenverläufe“).[3] In der Spätphase seines Lebens fertigte Roeckenschuss Arbeiten aus industriell hergestellten Folien. 2011 starb er an den Folgen eines Sturzes in Berlin. Internationale Anerkennung erlangte Roeckenschuss infolge seiner zahlreichen Auslandsausstellungen. Seine Bedeutung für den Minimalismus und die Konstruktive Kunst wird fortlaufend durch die Ausstellungen bei der Daimler Art Collection hervorgehoben. Mit der retrospektiv angelegten Ausstellung „Minimalism Germany 1960“ im Haus Huth wird er als bedeutender deutscher Minimalist der Nachkriegszeit gewürdigt.
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