Künstler von A bis Z:

Willy Jäckel

Name: Jäckel
Vorname: Willy
Lebensdaten: * 1888 Breslau; † 1944 Berlin
Zu Leben und Werk: Willi Jaeckel war ein deutscher Maler und Graphiker und gehört zu den bedeutenden Malern im Umfeld des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit. 1906 nahm er das Studium der bildenden Kunst an der Akademie seiner Heimatstadt auf, wechselte 1908 nach Dresden und entwickelte und verfeinerte seinen ausdrucksstarken figurativen Stil. Ab 1913 lebte er in Berlin als Dekorationsmaler und suchte seinen eher gemäßigten Expressionismus auch in monumentale Wandmalereien zu übersetzen, was ihm umgehend Beachtung und Anerkennung einbrachte. 1915 wurde er Mitglied der Berliner Sezession, um bereits nach einem Jahr in den Vorstand berufen zu werden. Auffallend früh erkannte Jaeckel im Krieg die Katastrophe und breitete in grafischen Zyklen - wie der 1915 erschienenen Mappe "Memento 1914/15" - das ganze Drama des Schreckens und des Leidens aus, das den Krieg zum Erlebnis einer Apokalypse werden ließ. Solchen Endzeitvisionen steht Jaeckels Suche nach einfachen figürlichen Formeln oder Metaphern für die Schöpfung gegenüber und offenbart seine christlich-ethische Grundhaltung und seinen Idealismus. Sein künstlerisches Credo lag in der Überzeugung begründet, dass die bildende Kunst -auch in Kriegszeiten- gegen jedweden Materialismus und gegen die Oberflächlichkeit der modernen Existenz eine neue Spiritualität anzubieten müsse, um sowohl dem Einzelnen als auch der Gemeinschaft Orientierung und Hilfe zu geben. Nach Ende des Ersten Weltkrieges, an dem er als Soldat teilnahm, wurde er Mitglied der Preußischen Akademie der Künste und lehrte nach 1925 an der Staatlichen Kunsthochschule. Populär wurde er ab Mitte der Zwanziger Jahre parallel zu seinem anderen Werk, als "Maler der Damen" mit seiner Bildnismalerei, in der er detailgenauen Realismus mit zeittypischer Eleganz verbinden konnte. Die idealisierenden Züge seiner früheren Malerei gingen verloren, mit großer Sorgfalt wandte sich Jaeckel der malerischen Entdeckung des Individuums zu und wurde mit seinen delikaten Stilisierungen von Frauengesichtern zu einem der bedeutendsten Bildnismaler Berlins. "Jaeckels Porträts", so der Schriftsteller Paul Eipper 1925, "begnügen sich nicht mit der Oberfläche der Haut, mag sie noch so schön und blutvoll sein, sondern er zwingt den Charakter, das Lebenstemperament auf die Leinwand." 1928 ehrte ihn die Akademie der Künste mit einem Rom-Stipendium. Herausragend erscheint neben der Malerei seine reiche Arbeit als Zeichner und Grafiker, in teilweise bis zu 200 Arbeiten (Menschgott-Gott-Gottmensch") umfassenden druckgrafischen Zyklen zu zeitgeschichtlichen, literarischen oder religiösen Themen. Von den Nationalsozialisten immer wieder in der Ausübung seines Berufs behindert, gab Jaeckel 1943 seine Lehrtätigkeit schließlich auf und zog sich in seine künstlerische Wahlheimat, auf die Insel Hiddensee, zurück. Während eines Aufenthalts in Berlin im Januar 1944 wurde er bei der Zerstörung seines Ateliers durch Brandbomben getötet. "Er", so schrieb Ernst Cohn-Wiener bereits 1920, "gehört zu keiner Richtung und kein Schlagwort unserer üblichen Kunstterminologie passt auf ihn. Er ist kein Expressionist, trotzdem ihn das Interesse am geistigen Gehalt des Bildes den Besten unter nähert &####8230; Jaeckel ist ein klassischer Mensch." Vertreten wurde Jaeckel von den wegbereitenden Galerien J.B. Neumann und Fritz Gurlitt. Sein vielschichtiges Werk an Bildnissen, Akten, Landschaften und Stilleben sowie Graphiken findet sich in Museen und Privatsammlungen.
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