Künstler von A bis Z:

Edgar Augustin

Name: Augustin
Vorname: Edgar
Lebensdaten: 1936-1996
Zu Leben und Werk: Bereits während seiner Studienjahre - nach einer Goldschmiedelehre studiert Augustin an der Werkkunstschule Münster bei Karl Ehlers und ab 1960 bei Gustav Seitz an der Hamburger HfbK - erarbeitet sich der Bildhauer nahezu sein gesamtes Repertoire an Motiven: den stehenden Akt, die verhüllte und verschnürte, die konstruierte und die fragmentierte Figur, die Büste, Atelierszenen und Sportdarstellungen. Und sein starkes malerisch-grafisches Talent äußert sich in zahlreichen Zeichnungen, die parallel zu den Plastiken entstehen. Von einem der Grundthemen der Bildhauerei ausgehend, formuliert Augustin sein eigenes: Das Spannungsfeld zwischen Natürlichem und Künstlichem, zwischen Realität und Abbild, zwischen Mensch und Puppe, zwischen Bewegung und Starre. In den folgenden Jahrzehnten modelliert er u.a. statuenhafte Bronze- Torsi, die ihrer Gliedmaßen beraubt und damit zur Ruhe verdammt sind, und in enge Tücher gewickelte Figuren, die mumiengleich gefesselt sind. Nahezu alle Skulpturen wirken außerordentlich ruhig und harmonisch; sie verharren in sich selbst und nehmen keinen Kontakt zum Betrachter auf. Starke Abstraktionen entindividualisieren einige der Plastiken zu kegelförmigen Körpern. Aber auch den naturnäheren Arbeiten fehlt jegliche Lebendigkeit. Noch deutlicher als in den Bronzeskulpturen tritt das Artifizielle in den Holzarbeiten hervor: Über einen Holzkern dübelt der Künstler flache Klötze und Platten, die wie ein grobes Mosaik wirken. Die Offenlegung der handwerklichen Technik führt zur Verunsicherung des Betrachters: Ist der lebende Mensch oder sein künstliches Abbild das Thema? Viele der Ganzkörperskulpturen scheinen wie Gliederpuppen konstruiert: deutlich sind die Dübel, mit der Beine und Arme am Rumpf befestigt scheinen, zu sehen. Begleitende Zeichnungen geben vor, Konstruktionsskizzen zu sein, und zeigen eine komplizierte Maschinerie, die sich demnach im Inneren der Figuren befindet und zahlreiche Bewegungen von den Augenlidern bis zu den Zehen ermöglicht. Tatsächlich haben die Skulpturen aber keinerlei Mechanik, sie sind unbeweglich und starr. Anfang der 90er Jahre gestaltet Augustin einen Reihe von Frauenköpfen, die direkt aus Holzklötzen gehauen sind - eine neue Entwicklungslinie kündigt sich an, doch der frühe Tod des Bildhauers beendet sein Oeuvre vorzeitig.
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