Künstler von A bis Z:

Gerhard Fietz

Name: Fietz
Vorname: Gerhard
Lebensdaten: 1910 Breslau - 1997 Göddingen bei Bleckede/Elbe
Zu Leben und Werk: Der in Breslau geborene Gerhard Fietz widmet sich nach dem Abitur dem Studium der Malerei bei Alexander Kanoldt und Oskar Schlemmer an der Akademie Breslau sowie bei Heinrich Nauen an der Akademie Düsseldorf. Ab 1937 wird Fietz Meisterschüler bei Kanoldt an der Preußischen Akademie der Künste in Berlin, bevor eine Einladung nach München im Jahr 1937 einen über ein Jahrzehnt dauernden Aufenthalt im Isartal nach sich zieht. Diese Lebensveränderung und die Erfahrungen des Krieges und der Gefangenschaft wirken sich entsprechend auf die künstlerische Entwicklung aus. 1946 entstehen erste Pastelle: Farbvernetzungen, in denen sich die Farbe aus der Form entwickelt. Erst diese Nachkiegsarbeiten, in denen der Künstler sich zunehmend mit abstrahierenden Darstellungen versucht, mit verschiedenen Materialien und Formen experimentiert, sind erhalten, das Frühwerk wurde im Krieg zerstört. 1947 zählt Fietz zu einer kleinen Gruppe avantgardistischer abstrakter Maler in München, deren ähnliche Gesinnung und der gemeinsame Wunsch einer "inneren Klärung" (Fietz) zur Gründung der Künstlergruppe 'ZEN 49' führt, für welche "Die Ahnen des 'Blauen Reiters' im Hintergrund" (Fietz) stehen. "Jeder von uns Jüngeren stand an einem Nullpunkt", schreibt Fietz, "wir alle waren im Krieg gewesen und wollten ein neues, klares und ethisch eindeutiges Leben verwirklichen, das inhaltlich auch im Bild sich ausdrückt." Allmählich findet Fietz eine dynamisch lapidare Formensprache, während die Farbe zunehmend an Autonomie gewinnt, so dass Arbeiten struktureller wie auch farbiger Bewegtheit und Vielfalt entstehen. Die Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von autark eingesetzter Farbe zum geometrischen Maß äußert sich gegen Ende der sechziger Jahre in größer werdenden Bildformaten. Fietz: "Die zur Fläche strebende Farbe und ihre Korrespondenz zu anderen Farben erzeugt Spannungen zwischen den Qualitäten, zwischen positiven und negativen Beziehungen (...), die ich durch geometrische Umgrenzungen zu fassen versuche und damit dem Bildganzen konstruktive Festigkeit verleihe." Als Gastdozent an der Landeskunstschule bzw. Hochschule für Bildende Künste in Hamburg ist Fietz in den Jahren 1953 und 1956/57 tätig, als Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin lehrt er im Anschluß bis 1975. 1979 gibt ein Besuch der Künstlerstätte Bleckede den Anstoß für einen Umzug dorthin.
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