Künstler von A bis Z:

Karel Jirak

Name: Jirak
Vorname: Karel
Lebensdaten: 15.07.1897 . 05.01.1982
Zu Leben und Werk: Geboren am 15.07.1987 in Oblonitz/Slovenien, verstorben am 05.01.1982 in Bruck/Mur. Studium an der Akademie der bildenden Künste Agram. Als Maler, Grafiker und Kunsterzieher tätig. Der Lebensweg: Der akademische Maler Professor Karel Jirak war als Persönlichkeit und Kunstschaffender sein ganzes Leben in dem geografisch zwar einheitlichen steirischen Land verwurzelt, das jedoch zwischen den Staaten zweier Völker geteilt ist, was das Schicksal des Künstlers nachhaltig prägen wird. Den größten Teil seines künstlerischen Opusses widmete er mit Liebe der steirischen Landschaft und ihren Menschen diesseits und jenseits der Grenze, bestrebt den Norden und den Süden auf dem edelsten aller Gebiete, auf dem künstlerischen Gebiet, zu vereinen. Jedes einseitige Einordnen des Künstlers entweder nach der slowenischen oder der österreichischen Zugehörigkeit wäre deshalb fehl am Platz: Karel Jirak war einfach ein Steirer, und zwar im übernationalen Sinn dieses Wortes. Im Geburtsort des Karel Jirak, in Oplotnica am Fuße des Pohorje Gebirges lebten schon in den vergangenen Zeiten viele seiner Verwandten sowie mütterlicherseits . seine Mutter war Slowenin . wie auch väterlicherseits . sein Vater war tschechischer Abstammung. Daher stammt auch der Name des Künstlers; er wurde am 16. Juli 1897 in der Pfarrkirche des heiligen Johannes des Täufers (sv. Janes Krstnik) in der Ortschaft .adram nach seinem Vater auf den Namen Karol getauft. Im Jahr 1905 zog die ganze Familie wegen der neuen Stelle des Vaters in der Kreisverwaltung der österreichisch-ungarischen Monarchie nach Bruck an der Mur, was dem damals neunjährigen Karl viel später ein wenig schmerzliches Anpassen an das Leben in seiner neuen Heimat ermöglichen wird. Nach der beendeten Volksschule inskribiert er am Realgymnasium in Bruck an der Mur, wo der Professor Otto Bednar im Unterricht .Grundlagen des Zeichnens, des Malens und des Modellierens. die künstlerische Neigung des Kindes entdeckt. Die Reifeprüfung legt er 1916 ab und meldet sich als .Jahresfreiwilliger. mit seinen kaum vollendeten zwanzig Jahren in die 31. Jägerschützenkompanie. Bereits im nächsten Jahr tritt er als Fähnrich mit Offiziersambitionen in die k.u.k. Armee. Nach kurzer Militärausbildung in Wiener-Neustadt wird er als Leutnant zunächst an die Ostfront geschickt und dann von einem bis anderen Schlachtfeld versetzt. So lernt er die Grausamkeiten des Positionskrieges in Galizien, Isonzo und sogar Verdun kennen, wo er als Befehlshabender der bosnischen Sturmkompanie in die amerikanische Gefangenschaft bzw. in die Gefangenschaft der Entente gerät. Im französischen Gefangenenlager lernt er einen jungen norddeutschen Grafiker kennen, den Offizier Franz Höch, der ihm die Grundlagen des damals noch modernen Expressionismus vermittelt. Diese stammen also noch aus seiner Vorstudienzeit. Er malt zuerst nur, um das während der Gefangenschaft zwar kurze, jedoch kaum erträgliche Leiden und die zwanghafte intellektuelle Passivität zu lindern, später aber prägt die bildende Kunst ganzheitlich und endgültig sein Leben. Bei der abenteuerlichen Flucht aus dem Gefangenenlager im Jahr 1919 reist er mit dem Schiff von Marseille nach Sizilien, von dort nach Dubrovnik und dann mit dem Zug zurück zu den Eltern, die inzwischen in die Stadt Krako gezogen sind. Die nächsten zwei Jahre dient er als Offizier in der altjugoslawischen Armee, bis er an Malarie erkrankt, weswegen er in die Ersatzreserve versetzt wird. (Später erreicht er sogar den Dienstgrad des Hauptmannes der Ersatzreserve und macht bei den Vorkriegsmanövern mit, obzwar im das Kriegspielen endgültig widerstrebt.) Nach der Heimkehr entscheidet er sich nach längerem Nachdenken für das Studium der bildenden Kunst, obwohl er auch an das Studium der Chemie und der Medizin dachte. Zuerst möchte er an Prager und später an Wiener Kunstakademie immatrikulieren, wird jedoch wegen der abgelaufenen Immatrikulationsfrist abgewiesen; endlich gelingt ihm im Jahr 1932 die Immatrikulation an der .Akademija za umjetnost i umjetni obrt. in Zagreb, wo er die Aufnahmeprüfung beim Bildhauer Ivan Meatrovi. besteht. Der sichert ihm den Platz im bescheidenen Studentenheim, die Tagesmahlzeit und später auch die Stelle des Assistenten in seinem grafischen Atelier. Die Professoren des Karel Jirak an der Akademie waren neben Ivan Meatrovi., bei dem er zwar keine eingetragenen Vorlesungen hatte, noch Ljubo Babi., Vladimir Beci., Maksimilian Vanka und Tomislav Krizman für die Grafik, wobei eine ähnlich Besetzung der Dozenten festzustellen ist, wie später bei France Miheli und teilweise bie Zoran Muai . Im zweiten Studienjahr heiratet Karel Jirak seine aus Vipava stammende Frau Pavla . in die Gegend von Ipava kehrte er später gerne zurück um dort schöpferisch tätig zu sein. In der Ehe wird die Tochter Majda geboren. Erst im Jahr 1926 nimmt Karel Jirak die jugoslawische Staatsbürgerschaft an und zwar als die Bedingung für das weitere Studium, das er im darauf folgenden Jahr beendet. Eine Studienreise führt ihn zuerst nach Paris und dann nach Italien. Nach der Rückkehr arbeitet er zunächst kurze Zeit als Lehrer für den Kunstunterricht an der moslemischen Grundschule in Tuzla, dann tritt er seinen ersten ordentlichen Dienst am Staatlichen Realgymnasium in Ptuj an, anfangs als Supplent und dann als Professor für das freie und das geometrische Zeichnen. Im August 1933 wird er auf eigenen Wunsch, an das Realgymnasium in Maribor versetzt, er behält bis dahin seinen Wohnsitz in Krako. Bereits im ersten Schuljahr beginnt er mit den nebenamtlichen Unterrichten an der mariborer Lehrerbildungsanstalt. Neben seiner professionellen pädagogischen Tätigkeit und seinen schöpferischen Tätigkeiten in der bildenden Kunst, greift er bald aktiv in das breitere Kulturleben des nordöstlichen Teils Sloweniens. Man kann feststellen, dass Karel Jirak in den dreißiger Jahren (trotz relativ bescheidener Bedeutung im lokalen avantgardistischen Geschehen) ziemlich wichtige Aufgaben beim Mitformen des Kulturlebens in Maribor wahrnahm. In der Zeit nach dem ersten Weltkrieg behielt das gesamte kulturelle Geschehen auf slowenischem Boden auch in dem neu entstandenen südslawischen Staat die außerordentlich wichtige Rolle nationalbewusster Aufklärung, da sich nach der anfänglichen allgemeinen Euphorie im Zusammenhang mit der, für Slowenien schmerzhaft gezogenen Staatsgrenze drinnen wie draußen bald verschiedene Gefahren abzeichneten. In diesem Zeitraum erlangte Mariobor als zweitgrößte Stadt große Bedeutung nicht nur unter wirtschaftlichen Aspekt, sondern auch auf dem Gebiet der Kultur mit dem Bewusstsein des Verlustes des nationalen Territoriums, einschließlich bedeutender Zentren. Die Kulturschaffenden im Allgemeinen, ganz besonders aber die Künstler spielten wegen der spezifischen Umstände, als sich das slowenische Volk . endlich in der neuen Staatsform . mit seiner kulturellen Vergangenheit und der Gegenwart hätte personifizieren sollen, eine nahezu nationalpolitische Rolle. Die Öffentlichkeit verfolgte deshalb ihr Schaffen zwar mit Stolz, jedoch gleichzeitig ausgesprochen kritisch. Die bildenden Künstler wurden zum Mitgestalten des nationalen Bewusstseins und des Kulturbildes der Heimat aufgefordert, die Kunstausstellungen hatten deshalb den Charakter bedeutender öffentlichen Kulturveranstaltungen. Karel Jirak erste bedeutendste Vorstellung der slowenischen Kulturöffentlichkeit war zweifellos die Teilnahme an der Ausstellung .Razstava likovih del umetnikov v Ptuju. im Jahr 1930, bei der auch Janez Me~an und Otto Trubel mitwirkten. Letzter bildete zusammen mit dem Grafiker Luigi Kasimir und dem bedeutendsten Vertreter, dem Expressionisten Jan Oeltjen, den Kern der österreichisch-deutschen Avantgarde auf dem Boden der slowenischen Steiermark. Karel Jirak knüpfte freundschaftliche Kontakte mit dieser Künstlergruppe schon bald nach seinem Eintreffen. Sie verband auch die Zuneigung zum Abbilden von Veduten und Landschaften, obwohl dem Ausdruck nach äußerst unterschiedlich. Während Jan Oeltjen, aus der Sezession kommend, noch lange die Merkmale der expressionistischen Gruppe .Die Brücke. beibehält, drückt sich Luigi Kasimir realistisch mit der besonderen Betonung auf .romantischen Details. aus. Der akademische Maler Albin Lugari aus Ptuj erinnert sich als Kind an Karel Jirak aus jener Zeit als einen gewandten Dandy mit dem Spazierstock, den man häufig hinter der Staffelei sitzend, beim Malen auf einem Hügel in der Umgebung sah. Im Mai 1931 erscheint Karel Jirak auf der gesamtslowenischen Ausstellung .IV razstava umetnin na Ljubljanskem velesejmu.. Bereits im Herbst schließt er sich anlässlich der Gründung dem Künstlerclub .Die Furche. (Brazda) an, den sogar die damalige Banobrigkeit mit Wohlwollen akzeptiert. Zum Präsidenten des Klubs wurde der Redakteur und Schriftsteller Radivoj Rehar gewählt, der dann die ganzen Jahre das Kunstschaffen der steirischen bildenden Künstler penibel verfolgt. Der Klub .Brazda. verband die bildenden Künstler zunächst nur organisatorisch, ohne ein einheitliches künstlerisches Konzept; in seinem Rahmen wurden vor allem Ausstellungen der Werke eigener Mitglieder im Inland sowie im Ausland veranstaltet. Gleichzeitig werden in den Klub auch Autoren aus anderen Regionen oder Klubs aufgenommen. Die erste Ausstellung des Klubs .Brazda. fand unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters Franjo Lipold im kleinen Saal der Bierbrauerei Union in Mariobr statt. Karel Jirak, der von den Medien noch als pettauer Maler genannt wird, schickte auf die Ausstellung nur drei größere Ölgemälde: .Den Blinden. (Slepec), .Die Fischer. (Ribi i) und .Vor dem Gewitter. (Pred nevihto). Die unabhängige deutsche Mariborer Zeitung schäumte nur so über vor Begeisterung über den Maler: .Karl Jirak stellte sich leider nur mit drei Werken vor, ein homo novum für unsere Stadt, aber ebenfalls viel versprechendes, stofflich und kompositiv in seiner Eigenart der Auffassung hervortretendes Talent.. Nicht weniger positiv ist die Bewertung in der Zeitschrift .Slovenec.: .Karl Jirak ist in den Kreisen der mariborer Kulturöffentlichkeit wenig bekannt, er wird aber mit seinem Talent bald eine Ehrenstelle unter unseren Künstlern erlangen.. Der Künstler stellt ab jetzt regelmäßig auf den Gruppenausstellungen der steirischen Künstler in Maribor, Celje, Ljubljana und in anderen Städten aus. Die Steiermark vertritt er sogar auf der gesamtjugoslawischen Ausstellung in Rom. Schon bei der Eröffnung der ersten Ausstellung machen die Teilnehmer den Vorschlag des Sammelns der Kunstwerke wegen der eventuellen Gründung der Mariborer Galerie bzw. eines Kunstpavillons; aufbewahren sollte man die Werke im Rathaus. Im Dezember 1933 gründet eine Gruppe der jungen akademischen Maler, (alle Professoren) der Klub .Die Fünf. (Petorica), in dem neben den geistigen Anführern Ivan Kos und Karl Jirak, beide aus Maribor, auch Albert Sirk aus Lenart in Slovenake Gorice, Franjo Kosir aus Ptuj und Karl Didek aus Celje mitwirken. Unmittelbar nach der Gründung veranstalten sie die Ausstellung .I slikarska razstava Petorice. im Terassensaal des mariborer Hotels Orel (der Adler); bei der Eröffnung stellte Karel Jirak als der neu gewählte Sekretär nach der Begrüßungsansprache das schöpferische Konzept der jungen Gruppe der bildenden Künstler vor. Die Mitglieder des Klubs verzichten auf die modernen Einflüsse der westlichen Kunst, weil sie vorhaben, vor allem die heimische Landschaft und den Menschen abzubilden, um die Werte der heimischen Kultur zu erhalten. Im Programm des Klubs steht Folgendes: .Petorica unterscheidet sich von anderen danach, dass er ein typisch ausgearbeitetes Programm hat. Er will die heimische Kultur im Bild gestalten. Er will in der Kunstform den heimischen Menschen, die heimischen Verhältnisse und die heimische Landschaft darstellen. Er will gegen die Knechtschaft kämpfen, die auch jedes durchschnittliche Werk nur deshalb zum Kunstwerk erklärt, weil es vielleicht in entfernter Verwandtschaft mit der in diesem Moment im Westen vorherrschenden Mode steht, oder einfach nur deshalb, weil es die Materie aus den Großstädten bezieht. Er will auch Verbindungen mit anderen anknüpfen, vor allem aber mit slowenischen Malern und ihnen in künstlerischer Form unser Land und unseren kleinen Menschen zeigen.. Radivoj Rehar äußert sich damals über Karel Jirak folgendermaßen: .Motivisch liebt er die sehr ausgeprägte Landschaft und die Menschen in ihr, was uns zeigt, dass er wohl der Autor des Programms des Petorica war.. Das Wirken des Klubs .Petorica. als organisierter Gruppe ließ jedoch bald nach, weil die bildenden Künstler ihre Ideen im Rahmen des Klubs .Brazda. gleichwertig verwirklichen konnten. Im September 1934 wirkt Karel Jirak auf der Ausstellung .Ljubljana im Herbst . die slowenische Landschaft .Ljubljana v jeseni . slovenska krajina) im Rahmen der Ljubljanaer Herbstmesse (Jesenski ljubljanski velesejem) mit. France Stele bewertet die Ausstellung als missglückt: .Den künstlerischen Ausdruck enthüllte uns die Ausstellung nicht. In dieser beiläufigen Auswahl der Motive zeichneten sich nach ihrem Empfinden und der Darstellung B. Jakac mit Novo mesto, K. Jirak, der die noch unbearbeitete Welt der Slvoenske Gorice einzubeziehen versucht, I. Vavpoti (ljubljanaer Motive) und noch ganz besonders G.A. Kos, der mit den oberkrainerischen, im eigenartig tonierten Ausdruck dargestellten Motiven zweifellos einer der Besten war, aus.. France Stele anerkennt als unumstrittene Autorität dem Karel Jirak offenbar die Vorreiterrolle im Abhandeln von Slovenske Gorice auf dem Gebiet der bildenden Kunst . eine Tatsache, die dem Maler durch die ganze Vorkriegszeit Sympathien des heimatliebenden Kulturpublikums sicherte. Im November des gleichen Jahres stellen sich sechs Autoren auf der .Ausstellung des mariborer Künstlerklubs Brazda und seiner Gäste. im Jakopi -Pavillion vor. Der Eröffnung wohnten die bedeutenderen Repräsentanten des ljubljanaer öffentlichen und kulturellen Lebens bei, unter anderen France Stele und Rihard Jakopi . Zu den Versammelten sprach auch Prof. Karel Jirak in der Eigenschaft als Sekretär des Klubs .Brazda.. In der belgarder Zeitschrift .Pravda. schreibt D. Klavzer eine wahre Lobeshymne den mariborer Künstlern und beton die immer wichtiger werdende Rolle der steirischen Grenzstadt im Rennen mit Ljuljana. France Stele vergleicht das Programm des .Brazda. mit dem des zagreber .Zemlja. und urteilt, dass sein Ideal nur in den Arbeiten Karle Jiraks vorkommt: .& ansonsten ist aber diese Gesellschaft der Qualität wie der künstlerischen Orientierung nach sehr verschieden.. Im Frühjahr 1935 schließen sich mariborer Kulturschaffende aller Sparten in den .Künstlerklub. (Umetniaki klub) zusammen, unter dessen Schirmherrschaft ab jetzt alle wichtigen Literatur-, Musik-, Schauspiel-, Veranstaltungen der bildenden Kunst und andere durchgeführt werden. Die Gründungsversammlung wurde am 7. April im Hotel Orel einberufen. Die Mitgliedschaft erwirbt ein größere Zahl der Schriftsteller, Kritiker, Maler, Bildhauer, Architekten, Musiker und Schauspieler der mariborer Region. Zum Präsidenten wird der Schriftsteller und Notar Dr. Ivo `orli gewählt, zum Sekretär Professor Karel Jirak. Am Anfang 1936 wurden auf der IV. ordentlichen Hauptversammlung des Vereins der slowenischen bildenden Künstler (Druatvo slovenskih likonih umetnikov DSLU) im ljubljanaer Hotel Slon nach der Auflösung des alten Ausschusses die neue Führung gewählt. Zum Präsidenten bestimmte man G.A. Kos, als mariborer Ausschussmitglieder wurden Karel Jirak und Ivan Kos gewählt. Im Juni 1937 wirkt Karel Jirak auf der großen .Ausstellung der modernen jugoslawischen Kunst. in der römischen .Galeria di Roma. mit, wo sich 13 Slowenen mit 14 Ölgemälden, 13 Grafiken und 2 Plastiken vorstellen. Die Schirmherren der Ausstellung waren der jugoslawische Botschafter, Minister Jovan Du i. und der italienische Außenminister, Graf Galeazzo Ciano die Cortelazzo, der die Ausstellung auch eröffnete; er selbst kaufte sogar das Bild .Das Stillleben mit der Flasche. des G.A. Kos. Karel Jirak stellt nur ein Ölgemälde aus, mit dem er .& uns würdig repräsentierte auf der Ausstellung der modernen jugoslawischen Kunst.. Die italienische Kritikerin der bildenden Kunst Natalia Mola (Gräfin Cenci) bezeichnete das Werk des Karel Jirak als eine .& schöne und ausgedehnt inspirierte Landschaft.. Der Maler sagt viel später aus: .Die schönste Ausstellung erlebte ich in Rom.. Im November folgt die umfangreichste Gruppenvorstellung im Rahmen der .Ersten mariborer Kunstwoche. auf der VI. Ausstellung des Klub .Brazda. im großen Casino-Saal (Velika kazinska dvorana). An der Ausstellung werden auch mehrer Preise für die Werke verliehen: den ersten Geldpreis erhält Zoran Muai für das Bild .Lubljana., den zweiten Preis Albert Sirk für .Die Bucht von Bakar. (Bakarski zaliv), den dritten Preis Ivan Kos für den .Versehrten. (Pohabljenec), Karel Jirak, der mit 11 Ölgemälden mitwirkt, erhält einen sogenannten Reisepreis für Rom aus der banschen Förderung mit der Begründung: .& als Zeichen der Anerkennung für das erfolgreiche künstlerische Streben.. Die Meinungen über die Qualität der Ausstellung waren zwar geteilt, jedoch überwiegend positiv. Ivan Dornik schrieb in der Zeitschrift Slovence: .Die Jury, die darüber entschied, welche Werke auf der Ausstellung gezeigt werden, war sehr streng; gleichzeitig sieht man auch, dass die Künstler zu sich selbst auch sehr streng waren. Alle . außer Karel Jirak . kämpften um die Preise, die in dieser Woche vom Künstlerklub ausgeschrieben wurden.. Am 20. Februar 1938 tagt im Hotel Orel die Hauptversammlung des Künstlerklubs, wo zum neuen Präsidenten an Stelle des Dr. Ivo `orli, der zurücktritt, der bisherige Vizepräsident Dr. Max `nuderl gewählt wird. Prof. Karel Jirak wird erneut zum Sekretär gewählt. In der Hauptversammlung wurde über die Aktion zum Bau des neuen Theatergebäudes, über den Bedarf neuer Klubräumlichkeiten, über die Gründungsproblematik der nationalen Galerie in Maribor und über die Veranstaltung der gesamtslowenischen Ausstellung der bildenden Kunst diskutiert. Im März findet im Festsaal des ljubljanaer Rathauses der II. gesamtstaatliche Kongress der bildenden Künstler statt; als Vertreter des Klubs .Brazda. sind auch Karel Jirak und Ivan Kos dabei. Am Kongress fassten die Künstler die Beschlüsse deren .& Forderungen nur ein Minimum dessen darstellen, was den Künstlern und der Kunst zusteht.., sie berieten über fast identische, ungelöste Probleme des Bestehens und des Schaffens, mit denen sich unsere bildenden Künstler noch heutzutage auseinander setzen. Im Rahmen der Feierlichkeiten anlässlich des zwanzigsten Jubiläums des Anschlusses der Stadt Maribo und der nordöstlichen Steiermark an Jugoslawien veranstalte der Künstlerklub vom 29. Mai bis zum 26. Juni die .Erste repräsentative Ausstellung der slowenischen bildenden Künslter. im Großen Union-Saal. Unter den 59 Ausstellenden ist neben den Mitgliedern des Klubs .Brazda. mit Karel Jirak auch der Großteil der bedeutenderen slowenischen Bildhauern und Malern anwesend. Die Ausstellung umfasst mehr als 150 Bilder und über 30 Plastiken; zu Besuch sollte auch der Fürst Pavle kommen. Für das Anreisen nach Maribor mit dem Zug waren sogar zur Hälfte ermäßigte Fahrkaten vorgesehen! Im Oktober 1938 eröffnet Karel Jirak eine private Mahlschule, welche als junge Männer auch die Maler Zlatko Zei und Toao Primo~i besuchten. Im selben Jahr besucht Karel Jirak auch das Bienale in Venezien, wo er sich für den Star der damaligen Veranstaltung Ignacio Zuloaga (den baskischen autodidakten Maler) begeistert. Während des Aufenthaltes erschafft er eine Serie von Skizzen und Aquarellen des Canale Grande. Im Mai 1940 wird in Maribor die .Dritte Kunstwoche. veranstaltet, in diesem Rahmen aber auch die traditionelle Ausstellung des Klub .Brazda., die von Dr. Makso `nuderl mit einer ziemlich pathetischen Ansprache Angesichtes der drohenden Kriegsgefahr eröffnet wird. Die traditionellen .Abkaufpreise. der bildenden Kunst erhalten: Karel Jirak für .Die Gräber., Ivan Kos für .Die Blumen. und Zoran Muai für .Die Aleksanderstraße.; die Auszeichnung mit dem Geldpreis erhalten Maks Kav i für .Das Winzerhaus. und Klavid Zornik für .Sv. Miklav~ na Dravskem Polju.. Am Ende der Kunstwoche wird vom Künstlerklub die Hauptversammlung zur Wahl des neuen Ausschusses einberufen, wo Dr. Makso `nuderl als Präsident wieder bestätigt, Karel Jirak aber zum Schatzmeister gewählt. Die Hauptaufgabe des Künstlerklubs soll das vertiefen des Kulturkontakte von Maribor mit Ljubljana und der slowenischen Kulturschaffenden mit den Kroaten und Serben im Allgemeinen sein. Karel Jirka drück damals in seiner Ansprache die Hoffnung aus, dass mariborer Künstler möglich bald ihre Werke in Ljubljana ausstellen möchten. An der Hauptversammlung wurden auch die Preisträger der III. Kunstwoche, einschließlich der Vertreter der musischen, der bildenden, der literarischen und der Bühnenkunst verkündet. Im Dezember folgt die Jubiläumsausstellung anlässlich der vor zwanzig Jahren begonnen systematischen Entwicklung der bildenden Kunst in Maribor. In der Zeitschrift .Ve ernik. kann man die bisher vielleicht größte Lobeshymne der Schaffenskraft des Karel Jirak lesen: .Die meisten Werke stellte diesmal Karel Jirak aus, der gleichzeitig auch die ausgereifteste Persönlichkeit der ganzen Gruppe ist. In den einzelnen Werkern kann man zwar die Verschiedenartigkeit der Technik feststellen, der Grundton seiner Palette prägt allerdings allen ein Siegel auf, so dass die bereits auf den ersten Blick den Stempel ihres Schöpfers tragen. Das beweist, dass Karel Jirak seine charakteristische Note gefunden hat. Es sagt aber nichts darüber aus, dass seine Entwicklung bereits im letzten Stadium der Straße des Suchens stünde. Im Gegenteil: Karel Jirak wird sich in der allgemeinen Reife zweifellos noch steigern&.. Recht günstig ist auch die Kritik der Ausstellung im Ganzen und noch besonders der Werke Karel Jiraks, die Zoran Muai trotz des Militärdienstes in der Zeitschrift .Obzorja. veröffentlicht. Im gleichen Monat stellt Karel Jirak zum ersten Mal völlig selbständig im ljubljanaer .Salon Kos. aus, einem der bedeutendsten privaten Ausstellungsstätten in Slowenien, in welcher auch andere steirische bildende Künstler gerne ausstellten. Bezüglich der Bedeutung des .Salons Kos. äußerst sich mit lobenden Worten sogar Rihard Jakopi selbst. Kurz vor dem Krieg, im März 1941, wirkt Karel Jirak auf der .Ausstellung der modernen slowenischen bildenden Kunst. mit, zusammen mit der .Drei., dem Klub der .Unabhängigen. (Neodvisni) sowie mit Karl jakob aus Murska Sobota und France Miheli aus Ptuj. Bald nach der Okkupation tritt Karel Jirak eine neue Stelle an einer Hochschule in Graz an, weswegen er in Österreich wie auch in Deutschland ausstellen kann. In dieser Zeit behält er ständige Kontakte mit Maribor bei, wo er weiterhin nebenamtlich arbeitet. Ende des Jahres 1943 wird er auf eigenen Wunsch nach Bruck an der Mur versetzt, wo er an beiden Mittelschulen unterrichtet. Nach etwa einem Jahr wandert er dann mit seiner neuen Familie endgültig nach Österreich aus. Karel Jirak lernte nämlich vor dem Krieg seine zweite Frau Dora Berki , eine Theaterschneiderin, kennen, mit der er zwei Söhne hat: Peter und Georg, beide geboren in Maribor. Während der Schluskämpfe verbringt die Familie kurze Zeit im nahe gelegenen Ort Tragöß, lässt sich dann dauerhaft in Bruck bieder, dem Kindheitsort des Künstlers. Die Familie litt unmittelbar nach dem Krieg große Not, weil Karel Jirak ohne Arbeit blieb, so dass er seine Bilder gegen Essen (und englische Zigaretten) eintauschen musste. Erst im Jahr 1947 bekommt er nach dem Erwerb der österreichischen Staatsbürgerschaft die Professur des Kunstunterrichts am Realgymnasium, wofür er nach strengen Regeln sogar die Differentialprüfung aus den Fächern Kunstgesichte und Handwerk ablegen musste. Wenig später wird er Mitglied des obersteirischen Vereins .Gesellschaft für bildende Kunst.. Als der auf dem Gebiet der bildenden Kunst tätige Pädagoge erzog er Generationen von Mittelschülern, unter denen auch eine Reihe der später anerkannten nordsteirischen bildenden Künstler und Pädagogen der bildenden Kunst waren. Gleichzeitig organisierte er auch internationale Austauschausstellungen der gymnasialen Arbeiten der bildenden Kunst. Am Brucker Realgymnasium bleibt er bis zur Pensionierung im Dezember 1962, danach widmet er sich ganz dem Schaffen auf dem Gebiet der bildenden Kunst. Seine Vitalität und den Optimismus behält er bis zu seinem Tod im fünfundachtzigsten Lebensjahr am 5. Jänner 1982. Die Stilentwicklung Karel Jirak war am meisten künstlerisch tätig in Ölmalerei, nicht selten kombiniert mit Tempera auf Leinen, der Hartfaserplatte oder dem Karton und des Pastells, das er später mit der Tempera kombiniert. Seltener malte er in Gouache. In seiner österreichischen Zeit widmet er sich relativ viel der Technik des Aquarells und der selbständigen Eitempera. Von ihm stammen aber auch die Wandmalereien und Mosaiken. Sein Opus vervollständigen die wenigen Grafiken, die er in seiner Studienzeit an der zagreber Akademie erschafft. Im Sokli -Museum in Slovenj Gradec wird Karel Jiraks Radierung .Die Mönche. aus dem Jahr 1926 aufbewahrt, entstanden wahrscheinlich während des Studiums im grafischen Atelier des Ivan Meatrovi . Hier handelt es sich um eine ungewöhnliche Vereinigung des ländlichen Genres mit der christlichen Motivik, denn es sind drei bärtige Mönche mit Strohhüten während der Weizenernte mit Sensen abgebildet. Alle drei wurden typisiert und geometrisch schematisiert mit massigen Körpern in langen Mönchskutten, gebunden in der Taille und mit Sandalen an den Füßen; sie sind einer über dem anderen in einer steilen räumlichen Diagonale angeordnet, gar zwei Drittel der Bildfläche füllend. Die Radierung ist eine der wenigen Werke Karel Jiraks, wo wir die expressive räumliche Deformation in der Form des konvex vorragenden Getreidefeldes und des gebogenen Horizontes feststellen können, ansonsten sind die bildend-künstlerischen Objekte mit der Hilfe des ton mäßigen plastischen Schraffierens im Sinne der Neuen Sachlichkeit geformt. An den Gesichtern der beiden unten stehenden Mönche kann man ausnahmsweise den stilistischen Einfluss des Ivan Meatrovi und gleichzeitig seine stilisierten Porträt-Züge entdecken. Obwohl Karel Jirak in der frühen Schaffensperiode die Öl- und die Pastelltechnik parallel entwickelte, zeigen sich unter den beiden spürbare Unterschiede in der Geschicklichkeit der Ausführung wie auch im formalen Ausdruck. Radivoj Rehar bewertet in diesem Sinn: .Schwächste ist er, wenn er Öl gebraucht, er ist aber ausgezeichnet, wenn er sich des Pastells bedient& Kräftig sind seine Pastelle, die alle einen reifenden Eifer zeigen.. Dabei muss man auf die vielleicht etwas vernachlässigte Tatsache hinweisen, dass dem Karel Jirak offensichtlich die zeichnerische Art des bildend-künstlerischen Ausdruckens am nächsten war, denn in seinem ganzen Vorkriegsopus kann man ausgeprägte Spuren der Graphismen entdecken, auch wenn er sich malerischer mit linienartigen Farbenaufträgen in der neoimpressionistischen Manier ausdrückt. Der Übergang in den reinen Kolorismus (die so genannte reine Malerei) gelingt ihm tatsächlich erst in der Abstraktion der frühen sechziger Jahre. Das Typische für Karel Jirak ist nicht nur das Erforschen neuer Ausdrucksformen, sondern auch das Ausprobieren verschiedenartiger Maltechniken, wie z.B. des Öls mit der Tempera als die Untermalung oder des Pastells mit der Tempera, was ihm eine pastosere Modellation ermöglicht. In der Verbindung mit dem Erforschen des Malers auf dem Gebiet der Technologie kann man weitgehend günstige Bewertungen der Kritiker der bildenden Kunst verzeichnen. In der Studien- und der Nachstudienzeit bis in die frühen dreißiger Jahre kann man im Stil des Karel Jirak außerordentlich abgemilderte Einflüsse des Expressionismus entdecken, der in eine sehr persönliche Variante der plastischeren Neuen Sachlichkeit mit der lyrischen Stilisierung und der Typisierung der Figuren evolviert. Die ausgeprägten Konturen werden zugleich mit dem betonten tonmäßigen Modellieren erreicht. Franjo Pivka machte anlässlich der Debütpräsentation des Malers in Maribor im November 1931 auf die Überholtheit des expressionistischen Ausdrucks Karel Jiraks aufmerksam, der aber in Wirklichkeit nur noch spurenweise vorhanden war, denn er war damals schon in der Neuen Sachlichkeit verankert: .Neu auf der Ausstellung sind Karel Jirak und Albert Sirk. Karel Jiraks Bilder gefallen nicht. Diese gewundenen Linien und unnatürlichen Farben waren vor Jahren noch hypermodern, aber der Expressionismus verlor gänzlich an Boden&.In Zagreb sah ich auf der Austellung der bäuerlichen Maler schönere Bilder als seine.. Franjo Pivka denkt hier an die kroatischen Naiven bwz. die Primitiven. (Eine Ähnlichkeit, die auch Radivoj Rehar bei der Ausstellung der mariborer Woche im August 1933 wahrnimmt). Der indirekte Einfluss der naiven Malerei ist tatsächlich nur in den frühesten figuralen Kompositionen wie zum Beispiel im Bild .Bei der Jause auf dem Feld. erkennbar, einem Ölbild auf dem Leinen aus dem Jahr 1925, welches das Landesmuseum in Ptuj aufbewahrt. Die Bildfläche ist zwar in drei räumliche Pläne unterteilt, jedoch nimmt der Vordergrund sogar acht Zehntel der Fläche ein, wo elf sitzende und halb liegende Personen auf dem Gefälle eines kleineren Hügels um das Gedeck elliptisch angeordnet sind. Die im Hintergrund gemalte Szene der Weinlese in den Weinbergen erklärt genauer den .dionysischen. Inhalt der Abbildung: die gesunden und heiteren Bauern beim Glas Most und einem Imbiss ruhen während der Weinlese. Auf den Gesichtern kann man keine Besorgnis oder Müdigkeit entdecken, aus ihnen strahlt nur die Entspanntheit und das Glück im Sinne des Idealisierens des in Wirklichkeit sehr harten Bauernlebens. Die zwar dynamisch wirkende, aber in sich geschlossene Kompositionsellipse öffnet der Maler mit dem räumlichen Kreuz, das die über die ganze Bildfläche von links nach rechts fallende Diagonale und die Mittelvertikale formen, betont durch die Hauptperson des Geschehens. Es handelt sich offenbar um den Ältesten oder sogar um den Hausherren, enn er weist als einziger ausgeprägtere Porträtzüge auf, zugleich grüßt er mit abgenommenem Hut und dem in die Beobachter gerichteten Blick freundlich als würde er uns einladen, uns zu ihnen zu gesellen. Die massigen, fast ungelenken Gestalten, die von wellenartigen Konturen gesäumt werden, wirken auf der einen Seite rustikal expressiv im Sinne der naiven Malerei, auf der anderen Seite kann man vor allem bei der Körperform einen entfernten Einfluss des France Kralj erkennen. Es ist auch offensichtlich, dass Karel Jirak am Anfang die Einflüsse einer Lehrer von der Zagreber Akademie weder abschütteln wollte noch konnte, auf ihn wirkte jedoch ziemlich stark der kroatische Klub .Zamlja., nicht nur stilmäßig, sondern auch konzeptionell beim Formen des späteren Programms des Klubs .Petorica.. Der tiefe Bruch, der zwischen den französisch gerichteten Ljubo Babi. und Vladimir Beci. als den Vertretern der bürgerlichen .Grupa trojice. auf der einen Seite und mit Krsto Hegeduai. als dem Vertreter der arbeiter-bäuerlichen Gruppe .Zemlja. und .Hlebinska akola. auf der anderen, reflektierte sich indirekt auch in seiner schöpferischen Gespaltenheit. Trotz der ideellen Verwandtschaften erreichten weder der Klub .Brazda. noch der Klub .Peterica. bei weitem die sozialpolitische Engagiertheit des Klubs .Zemlja., der im Jahr 1935 sogar per Gerichtsbeschluss verboten wurde. Gerade in der Zeit des Studiums des Karel Jirak erlebten die beiden einflussreichsten Professoren der Akademie Vladimir Beci. und Ljubo Babi. die stilistische Metamorphose, sich vom Modernismus der Pariser Schule befreiend im Sinne der fast neoklassischen Rückkehr zum koloristisch interpretierten Tonrealismus. Trotzdem ist der Einfluss des Cezanne über den Kubismus in Form der gemäßigten geometrischen Stilisierung bei beiden immer noch präsent und spiegelt sich auch in der Malerei des Karel Jirak wider. Der Nachklang des Ljubo Babi. ist vielleicht ein bisschen offensichtlicher in seinen Landschaften, der des Vladimir Beci., auf die frühen Werke des Karel Jirak, stellen auch die damaligen Kritiker der bildenden Kunst fest, so z.B. Rajko Lo~ar und Karel Dopida. Ergänzungsweise stellt Meta Gabraek-Prosenc in der viel späteren Bewertung den ausgeprägteren Einfluss des Ljubo Babi. fest, sie bemerkt die Ähnlichkeiten auch mit den zeitlich parallelen Werken des jüngeren Kollegen Karel Jiraks, des Zoran Muai : .Man hat das Gefühl, dass in seiner Arbeit die Erinnerung an den Prager expressionistischen Zeitabschnitt und das Studium in Zagreb und natürlich die aufrichtige Bewunderung der Malerei des Zoran Muai unablässig mit einander kämpfen. & In der Figuralik mit dem abgemilderten sozialen Aspekt ist er durchwegs vom plastischen Realismus abhängig, er erspart sich in der Landschaftsmalerei, obwohl er auf der Stufe der Bilder des Zoran Muai aus dem Jahr 1935 bleibt, wo es noch eine ganz offensichtliche, nach Art des Ljubo Babi. weich gezogene Linie gibt.. Die stärkere Anbindung an den Zoran Muai kann man in Wirklichkeit nur in den Graphismen bei einzelnen Landschaften und Veduten erkennen, zum Unterschied bemühte sich Karel Jirak zugleich um einen malerischen Ausdruck. Nicht zuletzt muss man auch die Ähnlichkeiten mit der stilisierten Figuralik des Miha Malea erwähnen, vor allem im linienmäßigen Aufbau der Körper und teilweise in den Gesichtstypen. Miha Malea war einer der seltenen slowenischen Künstler, mit denen Karel Jirak nach dem Krieg einen Briefwechsel führte. In der Übergangszeit, zwischen den Jahren 1933 und 1936, befreit sich Karel Jirak langsam vom steif wirkenden plastischen Ausdruck, der bei ausgeprägteren, oft gebrochenen Konturen und einer schwächeren Modellation einen flächigeren Eindruck vermitteln kann. Gleichzeitig bemüht er sich die kompositionsmäßige Statik in die Bewegung zu bringen und die Härte des Zuges abzuweichen, die aber in den Ölgemälden im Vergleich mit den Pastellen ausgeprägter ist. Sonst drückt er sich in den Landschaften in der Regel malerischer aus, die spätere stilistische Einstellung andeutend, in den selbständigen figuralen Abbildungen jedoch wesentlich plastischer. Im Zeitraum zwischen den Jahren 1934 und 1936 geschehen die vielleicht entscheidendsten Veränderungen im künstlerischen Ausdruck des Malers, wobei ihn auch die Kritik zum Fortschritt ermuntert. Ihn prägt der endgültige Übergang zum malerischen, nuancenmäßig modulierten Stil, zuerst als eine Variante des farblichen Realismus, den der Maler bald zur neoimpressionistisch wirkender Manier der gestrichelten oder punktuellen pastösen Malweise, die er steigert und sie noch in den vierziger und den fünfziger Jahren beibehält. Die charakteristischen punktuellen, pastösen Farbenaufstriche, die er nach und nach einführt, wecken bei den Zeitgenossen die Assoziation auf das divisionistische Anpunkten oder .Pointieren.. Den Vergleich des neuen Stils des Karel Jirak mit dem Pointilismus erkennt man wenig später auch in der Bewertung des Zoran Muai , obwohl ein solcher Vergleich bedingt nur für die Landschaften und die Stillleben gelten kann, auf keinen Fall aber für die Portraits und die figuralen Kompositionen. Die erste ganzheitliche Analyse der stilistischen Entwicklung des Karel Jirak bis zum Jahr 1937, als die Früchte der Forschungen endgültig sichtbar wurden, gibt Radivoj Rehar. Die damalige Kritik der bildenden Kunst vergleicht oft die Bemühungen einzelner bildenden Künstler innerhalb des Klubs .Brazda., so dass man im Zusammenhang mit Karel Jirak am häufigsten die Parallelen zum Ivan Kos erkennen kann, der bis zu einem gewissen Grad selbst auch den Übergang zum ausgeprägteren Kolorismus andeutete. In Bezug darauf kann man die Meinung des Lojze Bizjak finden, der schreibt: .& Karel Jirak und Ivan Kos sind Künstler des objektiven Schauens. Sie bemühen sich, möglichst viele farbliche Effekte und Kontraste in einen bestimmten Raum zu erreichen, das Farbenspiel wird so zur Last und in zum Schaden der tonmäßigen Gesetztheit. Zwischen den beiden gibt es jedoch trotzdem einen großen Unterschied. Karel Jirak ist ein Optimist, voll im Leben stehend, schwungvoll und frei&. Karel Jirak macht Fortschritte, sein Schwung ist kühn, manchmal zu stark und tonmäßig zu wenig ausgeglichen.. Interessant ist auch die Bewertung in der Mariborer Zeitung, die von Anfang an dem Karel Jirak freundlich gesinnte Kritiken veröffentlichte: .Karel Jirak & liebt jetzt kräftigere Farben als früher, seine Farbtöne sind stark bewegt und starken Stimmungen unterworfen: einmal lyrisch weich, das andere Mal episch-dynamisch.. Dem Künstler gelang es im letzten Viertel der dreißiger Jahre die Gegensätze zwischen dem plastischen und dem malerischen Ausdruck, zwischen der tonmäßigen Modellation und der Farbmodulation auszubalancieren und die objektmäßigen und die koloristischen Kompositionsverhältnisse ruhig zustellen, trotzdem kann man zwischen einzelnen Werken noch immer ziemliche Verschiedenartigkeiten in der Formgebung des bildendkünstlerischen Ganzes erkennen. Im Zusammenhang mit den ungleichmäßigen Abweichungen des Malers zwischen dem plastischen und dem malerischen Ausdruck stellt Meta Gabraek-Prosenc Folgendes fest: .& Im Wunsch, die Schwelle des Kolorismus zu übertreffen und in der Unmacht sich von den realistischen Tendenzen zu befreien, bleibt Karel Jirak eine nicht abgerundete Malerpersönlichkeit.. Als ständiger Begleiter des Geschehens auf dem Gebiet der bildenden Kunst in Maribor bezeichnete der Präsident des Klubs .Brazda. Radivoj Rehar anlässlich der Gruppenausstattung im Dezember 1938 in Maribor Karel Jiraks neuesten Stil als den impressiven Realismus, der farblich-koloristischen und des plastisch-tonmäßigen Ausdrucks bedeutet. Der ermöglicht dem Maler eine gemäßigte Stimmungsinterpretation der bildendkünstlerischen Motive, jedoch ohne die ausgeprägte Dramatik. Karel Jirak ist nämlich seiner Natur nach ein Lyriker und meidet beharrlich jede übertriebene Expression der Emotionen, wobei er lieber in die Süßigkeit übergeht, auf keinen Fall aber in das tragische Bekenntnis oder sogar in die soziale Kritik. Dem Maler gelang es in diesem Zeitraum die meisten Kritiker zufrieden zustellen. Es scheint, als ob am Ende der dreißige Jahre die positiven Bewertungen bezüglich des neuen Ausdrucks des Karel Jirak nur so regnen beginne würden. Der Maler experimentierte in allen bisherigen Schaffensphasen viel mit künstlerischen Techniken wie auch im stilistischen Ausdruck, deshalb zeigen sich in der ganzen Schaffensperiode vor dem Krieg starke ausdrucksmäßige Abweichungen auch in den zeitlich parallel entstandenen Werken. Mit den Augen der zeitgemäßen Kritik der bildenden Kunst bewertet Meta Gabraek-Prosenc: .Karel Jirak & ist ein Autor, dessen Qualität der Werke ungemein schwankt. Obwohl ihm mehr oder weniger wohlgesinnte Kritiken zuteil wurden und ihm Zoran Muai , der ihn die zentrale Autorität des Klubs .Brazda. nennt, den .konkreten Kraftaufwand in der Richtung des künstlerischen Bearbeitens der malerischen Form. anerkennt, ist für ihn vielleicht am angemessensten die Bewertung des Lojze Bizjak, der feststellt, dass er von Bild zu Bild anders ist. & Seine Entwicklung vom Expressionismus über die Tonmalerei bis zu dem Versuch, die reine Malerei zu erlernen, die auf der Farbe als dem bildende-künstlerischen Grundelement basiert, ist nicht geradlinig, sondern kennt das Rückkehren, das Überspringen, die Abweichungen.. Karel Jirak sagt anlässlich des fünfzigsten Jubiläums seines Schaffens auf dem Gebiet der bildenden Kunst, des eigenen Suchens bewusst:, aus: .Ich habe alle Kunstrichtungen durchgemacht und heute meinen eigenen Stil.. Den Kern Karel Jiraks österreichischen Zeitabschnitts prägt auf der einen Seite die Rückkehr zum Farbrealismus mit stellenweise expressiver dynamischer Geste, die von der österreichischen Kritik der bildenden Kunst zwar als Synthese des Impressionismus und des Expressionismus charakterisiert wird, als so genannter .Imprexpressionismus., die ganze ehemalige bildendkünstlerische Motivik neben den gleichzeitigen Abweichungen im Ausdruck erhaltend, auf der anderen Seite beginnt er in den späten fünfziger Jahren den abstrakteren bildendkünstlerischen Ausdruck zugleich in drei Richtungen zu entwickeln. Zu der ersten, früheren Gruppe gehört die geometrische Abstraktion in Form der parallelen, in sich fließenden Farbstreichen und Fleck, ohne gezeichnete Konturen. Die Farbe und die Fläche behielt er also als die einzigen bildenden Elemente im Sinn des reinen Kolorismus, wo die ehemalige expressive Intensität dem zarten lyrischen Empfinden vollkommen weicht. Das Letztere überwiegt mit seltenen Ausnahmen im ganzen Opus de Karel Jirak, was er einmal später auch selbst prägnant bestätigt: .Ich fühle mich als Lyriker der Maler.. Ansonsten kann man sein geometrischen Abstraktionen ohne weiteres als Landschaften, Veduten und Stillleben interpretieren. Zur zweiten Gruppe der abstrakten Abbildungen zählen die expressiv wirkenden stilisierten Landschaften, die Karel Jirak mit der intensiven Geste im Sinne der dynamisch schwungvollen Form gebenden Linie malt, die Gestalten ergänzt er mit farblichen Flecken. In die dritte, experimentale Gruppe gehören die selteneren infomelschen Studien, was ihn in die Avantgarde des damaligen nordsteirischen Schauplatzes des bildenden Kunst einreiht. Im Gros der bildendkünstlerischen Werke, entstanden im Österreichischen Zeitraum, bewahrte Karel Jirak die Eigenschaften des eigenen Vorkriegsstils, so dass ihre Datierung ausschließlich aufgrund der bildendkünstlerischen Analyse und der Motivik schwierig, in vielen Fällen sogar unmöglich, ist. Bei ans Ende seines Lebens erschuf er die Landschaften, die Veduten und die Stillleben in der malerischen neoimpressionistischen Manier mit intensiven, expressiven Zügen, während seine figuralen Kompositionen dem Farbrealismus näher sind, die linienartigen Konturen der Gestalten betonend. Der Künstler nahm sich in Österreich auch die Wandmalerei vor, die er entweder in der Fresco oder der Secco Technik oder als Mosaiken durchführte. Ein Beispiel der Secco-Malerei mit der Eiertempera ist der Mural in der Bürgerschule St. Jakob im Ort Breitenau bei Bruck an der Mur aus dem Jahr 1953 mit der Szene aus dem Märchen über den weißen Hirsch. Karel Jiraks österreichischer Zeitraum ist leider sehr wenig dokumentiert und es gibt auch unvergleichbar weniger bibliographische Einheiten, als man sie in der Vorkriegszeit findet.
  • Suche: Aquarelle, Ölbilder
nach Büchern über: 

Aktuelle Lose: (zu den Details: Losnr. oder Bild anklicken !)

Zur Zeit keine aktuellen Lose!