Künstler von A bis Z:

Klaus Hähner-Springmühl

Name: Hähner-Springmühl
Vorname: Klaus
Lebensdaten: geb 1950 in Zwickau, gest. 2006 in Leipzig
Zu Leben und Werk: Hähner-Springmühl absolvierte eine Maurerlehre mit Abitur, brach ein Ingenieurstudium ab, begann unmittelbar danach in den 1970er Jahren kollektive künstlerische Arbeitsformen für sich zu entdecken. Wesentlich für ihn war die Begegnung mit A. R. Penck, dessen Stilistik der Zeichnungen er ebenso aufnahm wie den Charakter von Aktionen und Performances.

1972 zog es ihn nach Karl-Marx-Stadt, das in den 1970er und 1980er Jahren in den Bildenden Kunst und im Theater nach Berlin eine gewisse Ausnahmestellung in der DDR einnahm. Schon seine ersten Ausstellungen in der Stadt wurden zu veritablen Skandalen, wobei zunächst weniger seine Bilder als sein Auftritt provokant wirkten. In den 1980er Jahren kultivierte er seinen typischen Stil, in dem Fotoübermalungen und Zeichnungen dominierten. Erweitert durch Performances und Konzerte beeinflusste Hähner-Springmühl massiv die junge Kunstszene von Karl-Marx-Stadt/Chemnitz, der bis Anfang der 1990er Jahre immer wieder nachhaltige Talente wie die Brüder Carsten Nicolai und Olaf Nicolai entsprangen. Diese jüngere Generation beobachtete - wie Hähner-Springmühls Umkreis in Sachsen - seine Kunst aufmerksam und wertete sie in gewisser Hinsicht auch für eigene Arbeiten aus.

Hähner-Springmühls Werk blieb trotz Reiseverbot auch im Westen nicht unbekannt. 1985 erschien das Buch "Kommentar", das in Zusammenarbeit mit Heiner Müller entsteht. Das ist insofern bemerkenswert, als der Kultautor bei solchen Projekten in der Regel nur mit Kollegen arbeitet, die er auf Augenhöhe sieht. Mit seiner Einzelausstellung "Baugrube II" 1988 in der damaligen Projektgalerie EIGEN + ART von Gerd Harry Lybke erreichte Hähner-Springmühl schließlich seinen künstlerischen wie auch populären Zenit. Seine wichtigsten künstlerischen Partner waren in den 1980er Jahren Frank Raßbach, Wolfgang-Erich Hartzsch und seine geschiedene Ehefrau Gitte Hähner-Springmühl.

Die Zeit nach 1990 war für ihn ein Weg ins Vergessen und Zurücklassen. Kommerziellen Erwägungen überwiegend verschlossen, reagierte er auf die drastischen Veränderungen in der Kunstwelt mit einem Rückzug. Seit Mitte der 1990er Jahre lebte er zunehmend vereinsamt wie gleichermaßen zurückgezogen in Leipzig. Seine letzte Einzelausstellung, die aufgrund fehlenden neuen Materials retrospektiv angelegt wurde, hatte er 2005 in der Chemnitzer Galerie grounded, wo er sich auch zum letzten Mal in der Öffentlichkeit zeigte.

Klaus Hähner-Springmühl starb am 15. Juli 2006 in Leipzig an Herz-Kreislauf-Versagen.

Arbeiten von Klaus Hähner-Springmühl befinden sich in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen.

Quelle: Wikipedia
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