Künstler von A bis Z:

Tina Bauer-Pezellen

Name: Bauer-Pezellen
Vorname: Tina
Lebensdaten: 9.1.1897 Cattaro/Dalmatien - 11.8.1979 Weimar
Zu Leben und Werk: Hervorgegangen aus dem Wiener Expressionismus, ist das frühe Schaffen von Tina Bauer-Pezellen gleichermaßen von der Neuen Sachlichkeit und der sozialkritischen Variante des Verismus geprägt. Ihre ausgeprägtesten und stärksten Bilder entstanden in den Zwanziger- und Dreißigerjahren - expressiv-realistische Darstellungen von den Randfiguren der Goldenen Zwanziger: blasse Kinder, sorgenvolle Mütter, Bettler. Motive, die heute an Künstler wie Erst Barlach und Käthe Kollwitz erinnern. Für den Betrachter berührend wirkt dabei nicht allein die traurige Ernsthaftigkeit ihrer Sujets, sondern zugleich die innige Zuneigung, die sie ihren Figuren zuteil werden ließ - insbesondere die Zärtlichkeit ihrer Mutter-Kind-Bilder.

1897 in Cattaro (Dalmatien) als Tochter eines österreichischen Offiziers geboren, aufgewachsen in einer musischen Familie in Böhmen, studierte Tina Pezellen zwischen 1917 und 1924 an verschiedenen Lehranstalten und Kunstgewerbeschulen in Wien und München, darunter auch bei Richard Riemerschmid. Bereits in dieser Zeit malte und zeichnete sie die Menschen der Armenviertel, Hinterhöfe und Waisenhäuser. Starken Einfluss auf die junge Frau übten das Frühwerk von Oskar Kokoschka (1886 - 1980) sowie die Zeichnungen Egon Schieles (1890 - 1918) aus. Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit arbeitete Tina Pezellen als Werbezeichnerin in Mannheim, Aussig (Usti nad Labem), ab 1928 freischaffend in Reichen-berg (Liberec) und München (1930-32 Studium an der dortigen Kunstakademie) bis sie 1937 mit ihrem Mann, dem Fotografen Siegbert Bauer, nach Weimar übersiedelte.

Von den Nationalsozialisten als entartet verfemt, lebte die Künstlerin viele Jahre zurückgezogen und widmete sich ganz ihren beiden eigenen Kindern, die sie oft porträtierte. Nach dem Krieg entstanden Werke wie "Kinder im Frühling", "Taufe bei Neubauern" oder "Schulspeisung" sowie zwei großformatige Wandbilder mit Szenen des Neubeginns. Nach langer Pause kehrte Bauer-Pezellen in den Fünfzigerjahren zur Lithografie zurück, wobei sie zum Teil Bildmotive aus den Zwanzigerjahren ("Zeitungsleser", "Leierkastenmann") verwendete. Mittelpunkt ihres Schaffens blieben Darstellungen von Kindern - oft im übermütigen Getümmel auf Spiel- und Rummelplätzen, beim Schlittschuhlaufen, beim Baden.

Nach einer Reise in die französische Provence entdeckte die fast 60-Jährige die Landschaftsmalerei ("Les Apilles", 1961), der sie fortan auch Reisen durch Thüringen, Mecklenburg, Bayern sowie an die bulgarische Schwarzmeerküste ("Strandbad Drushba", 1963) widmete. In zahlreichen Einzelausstellungen zeigte die alternde Künstlerin ihre meist recht lebendigen, aber unverfänglichen Arbeiten, die nie wieder die Brisanz der frühen Jahre erreichten, aber gut in das Fröhlichsein-und-Singen-Konzept der DDR-Kulturpropaganda passten. Bis zu ihrem Tod 1979 in Weimar erfuhr Bauer-Pezellen zahlreiche Ehrungen.
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Vorschau-Bild Bauer-Pezellen, Tina
Der Dorfnarr, Lithografie 1959
Ausrufpreis/Gebot: 34,00 ¤
Losnr.: 92902

Vorschau-Bild Bauer-Pezellen, Tina
Der Leierkastenmann, Lithografie 1959
Ausrufpreis/Gebot: 34,00 ¤
Losnr.: 92901

Vorschau-Bild Bauer-Pezellen, Tina
Der Witwer. Lithographie, 1968.
Ausrufpreis/Gebot: 120,00 ¤
Losnr.: 81349

Vorschau-Bild Bauer-Pezellen, Tina
Französischer Pionier, Lithografie 1959
Ausrufpreis/Gebot: 34,00 ¤
Losnr.: 92114

Vorschau-Bild Bauer-Pezellen, Tina
Knabenkopf. Bleistiftzeichnung, 1932.
Ausrufpreis/Gebot: 120,00 ¤
Losnr.: 69015

Vorschau-Bild Bauer-Pezellen, Tina
Männerkopf. Bleistiftzeichnung, 30er Jahre.
Ausrufpreis/Gebot: 120,00 ¤
Losnr.: 69016

Vorschau-Bild Bauer-Pezellen, Tina
Originaler Skizzenblock, München 1932.
Ausrufpreis/Gebot: 1.000,00 ¤
Losnr.: 77130