Künstler von A bis Z:

Hans Bellmer

Name: Bellmer
Vorname: Hans
Lebensdaten: * 1902 Kattowitz + 1975 Paris
Zu Leben und Werk: Als Kind entwickelt er Furcht und Hass auf seinen tyrannischen Vater, der auch seine liebevolle Mutter vollkommen beherrschte. Er und sein jüngerer Bruder Fritz fanden Schutz vor dieser bedrückenden Familienatmosphäre in einem geheimen Garten, der mit Spielwaren und Andenken verziert worden war. 1923 wird Bellmer von seinem Vater an die Technische Hochschule zu Berlin geschickt, interessierte sich aber viel mehr für Politik, die Arbeiten von Marx und Diskussionen mit Künstlern der Dada-Bewegung.

Auf Anraten seines Lehrers George Grosz verlässt er 1925 die Technische Hochschule. Er besucht Paris, wo er in Kontakt zu Dadaisten und Surrealisten kommt, und beginnt zunächst für seinen Lebensunterhalt als Gebrauchsgraphiker Reklameanzeigen zu entwerfen. Im gleichen Jahr 1925 illustrierte er den "Antifreund" von Mynona.

Ab den 1930er Jahren bis zu seinem Tod befasst sich Bellmer fast ausschließlich mit erotischen Darstellungen der weiblichen Anatomie. Ob in Zeichnungen, Skulpturen, Fotografien oder seinen graphischen Arbeiten im Mittelpunkt steht immer das erotisierende Bild eines oft geschundenen weiblichen Körpers. Aufgrund der repetitiven Natur des Themas werden ihm zahlreiche neurotische Störungen nachgesagt, von Fetischismus, Voyeurismus, über Sadomasochismus bis hin zu Pädophilie, während andere wiederum seine Arbeiten schlicht als Surrealismus und anarchistisch-erotische Inszenierungen bewerten und schätzen.

1933 konstruiert Bellmer aus Teilen von Schaufensterpuppen, mit Holz, Metall und Gips fetischartige Puppen als ganzer Körper oder Körperfragment, von denen er in verschiedenen Positionen Fotografien herstellt und diese an Paul Éluard und André Breton nach Paris schickt; 1934 erscheint in der Zeitschrift Minotaure seine gefeierte Fotoserie "La poupée", die er 1935 auch im Museum of Modern Art in New York in einer Surrealismus-Ausstellung zeigen kann. 1938 emigriert er nach Paris, wo er weiter an seinem Puppenthema arbeitet. 1949 publiziert er die Fotoserie "Die Spiele der Puppe".

1953 begegnet er der an Schizophrenie und Depression leidenden Schriftstellerin Unica Zürn, mit der er bis zu ihrem Lebensende zusammen arbeitet. Sie ziehen in das Pariser Hotel L'Espérance, wo sie keine Freunde und wenig Kontakte haben, kaum ausgehen, und sich immer mehr von der Außenwelt abschotten. 1954 erscheint in Frankreich die "Geschichte der O" mit einer Lithographie Bellmers auf der Titelseite. 1959 und 1964 wird Bellmer zur documenta II und documenta III in Kassel eingeladen. 1970 stürzt sich Zürn aus der gemeinsamen Wohnung in Paris in den Tod. Bellmer stirbt 1975 vereinsamt in Paris.

Als wichtiger Vetreter des phantastischen Realismus hatte er tiefgreifenden Einfluss auf Künstler wie Paul Wunderlich und Horst Janssen.[Quelle: Wikipedia]
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