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Becker, Walter : Farblithografie -drei Frauen- Künstlerstempel, 1953(Losnr. 98261)

Becker, Walter : Farblithografie -drei Frauen- Künstlerstempel, 1953
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Beginn der Auktion: 14/01/18 11:05:54
aktuelles Datum/Zeit: 20/01/18 01:54:53
Ende der Auktion: 21/01/18 11:05:54
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Verkäufer: MaLaKo ( 27)
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Beschreibung:

TITEL: o.T. [drei Frauen]; TECHNIK: Farblithographie (in Grün, Blau, Gelb, Orange, Schwarz) auf Velinpapier; ENTSTEHUNGSJAHR: o.J. [1953]; AUFLAGE: o.A. [kleine Auflage von maximal 20 Exemplaren]; SIGNATUR: verso u.m. Künstlerstempel in Violett; BLATTGRÖSSE: 53x66,4cm; ERHALTUNGSZUSTAND: partiell leichte Druckstellen im Blatt; im linken Blattbereich (technikbedingt) leicht farbfleckig; Ecke u.r. mit minimaler Stauchung; verso am rechten Blattrand leicht fleckig; PROVENIENZ: aus dem Nachlass des Künstlers; VERSANDKOSTEN: EUR 10,- ---Von 1951 bis 1952 war Walter Becker als Dozent an der Kunstakademie Karlsruhe tätig. 1952 wurde er von dieser Lehranstalt auch zum Professor ernannt – ein Amt das ihm bereits elf Jahr zuvor angeboten, aus welchem er dann aber noch vor dem tatsächlichen Antritt auf politischen Druck hin herausgedrängt wurde. In seiner damaligen Bildsprache erarbeitet er für sich neue künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten mit einem höheren Grad an Abstraktion, ohne jedoch das Gegenständliche gänzlich zu verlassen. „Im Zuge seiner abstrahierenden Experimente hat sich Walter Becker dann der farbigen Lithografie und dem Linolschnitt zugewandt. Da ‚treibt er die Abstraktion nahe an die Gegenstandslosigkeit heran: Gruppenszenen, Großstadtpaare, Motorradfahrer werden zu Figurinen verformt und verwandeln sich in surreale Metaphern‘, konstatiert Rainer Zimmermann“ (Ingrid von der Dollen (2015): Walter Becker 1893-1984 Malerei und Grafik; Edition Joseph Hierling; Tutzing; S. 61). Die vorliegende Lithografie entstand 1953 und damit in den ersten Jahren dieser schaffensreichen Karlsruher Zeit (zur Datierung vgl. Christine Kaiser / Apfelbaum-Galerie (Hrsg.) (1993): Walter Becker 1893-1993; Karlsruhe; S. 178 (Nr. 137)). Im Motiv greift Becker ein Thema auf, welches ihn über weite Teile seines Schaffens beschäftigte und sich, unabhängig von verschiedenen Darstellungsformen, in zahlreichen Werken findet. – Eine Stadtszene mit einer kleinen Personengruppe. Zuweilen positionierte der Künstler diese in eine Eisenbahn bzw. eine Tram (wie bspw. „Im Zugabteil“ (1954, Abb. in: Galerie Schlichtemaier (Hrsg.) (1989): Walter Becker 1893-1984- Gemälde Zeichnungen Druckgraphik; Grafenau: Edition Schlichtenmaier; S. 20), „In der Eisenbahn“ (um 1955, Abb. in: I. von der Dollen 2015: 67)) oder eben wie im vorliegenden Blatt auf eine nicht näher ausgeführte Straße bzw. einen Weg. Ähnliche Straßenszenen entstanden zu dieser Zeit in Form von Gemälden (bspw. „Corso“ (um 1955, Abb. in: ebd.: 60), als Arbeiten auf Papier (bspw. „Straßenszene mit Figuren“ (1951, Abb. in: ebd. 65)) und eben auch als Lithografien und Linolschnitte. Explizit innerhalb der letzteren Gruppe finden sich neben dem gewählten Sujet auch deutliche Ähnlichkeiten bei der Darstellungsweise. Die Verzerrung, Verlängerung, Dehnung der einzelnen Gliedmaßen, die einzelnen Farbflächen innerhalb dieser Gliedmaßen, wie auch die raumfüllende, fast schon den gesetzten Rahmen überschreitende Größe der Figuren, lassen sich als markante Merkmale ausmachen (zu dem zuletzt genannten Punkt des Bildaufbaus vgl. auch die Ausführungen Hans H. Hofstätters (Galerie Apfelbaum (1979): Der Maler Walter Becker. zum 85. Geburtstag [mit einer Einführung von Hans H. Hofstätter]; Karl Schillinger; Freiburg; S. 6). Trotz der vordergründigen Willkür in der Darstellungsweise der gezeigten drei Frauen, lässt sich im Dreiklang zwischen den Frauen und den drei Farbflächen des Hintergrunds eine bildimmanente Harmonie erkennen, welche wohl auf die damaligen konstruktiven Tendenzen Beckers im Bildaufbau zurückzuführen ist. Diese Farbkombination aus (Dunkel-)Grün, Gelb und Blau mag in gewissen Ansätzen an das Gemälde „Orangerie in Khe“ (1955, Abb. in: GIM Galerie Rastorfer (1983): Walter Becker. Zum 90. Geburtstag (zur Ausstellung vom 22.09.-21.10.1983) [mit einem Text von Gerd Presler], Freiburg, S. 39) erinnern. Demzufolge ließe sich die dunklere Grünfläche als Bäume oder Büsche sehen, an welche sich ein gelbes Gebäude und schließlich der blaue Himmel anschließt. Die drei elegant gekleideten Frauen sind ohne Verbindung zueinander vor diesen Hintergrund platziert. Sie eilen anscheinend einem jeweils ganz eigenen Ziel hinterher. Es ist eine gewisse Sorglosigkeit, die Becker hier vermittelt, welche sich aber zugleich mischt mit einem Gefühl der Einsamkeit, der Isolation, um nicht zu sagen: mit einem Unbehagen. So locker und dynamisch die Formen, so frisch und fröhlich die Farben auch sind, so wenig mag man diese Charakteristika innerhalb des Motivs in toto zu erkennen. So bleibt für den Betrachter dieser überaus schönen Grafik aus Beckers Karlsruher Zeit immer diese, zweifelsohne erstaunlich gut herausgearbeitete, Ambivalenz zurück.---

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