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Hy, Karl Otto : Karl Otto Hy 1904-1992 Wiesbaden / Aquarell 1927 / Russischer Friedhof Neroberg(Losnr. 99265)

Hy, Karl Otto : Karl Otto Hy 1904-1992 Wiesbaden / Aquarell 1927 / Russischer Friedhof Neroberg
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Beginn der Auktion: 20/09/18 12:34:40
aktuelles Datum/Zeit: 26/09/18 09:26:00
Ende der Auktion: 27/09/18 12:34:40
Verbleibende Zeit: 1 T. 3 Std. 8 min.
Verkäufer: MaLaKo ( 29)
Standort: 73540 Heubach

Beschreibung:

Angeboten wird ein Aquarell von Karl Otto Hy TITEL: o.T. [Ansicht auf ein Eingangstor am Russischen Friedhof auf dem Neroberg in Wiesbaden, u.l. klein in Schwarz bez. „NR. 1“] TECHNIK: Aquarell, Tempera, über wenigen Bleistiftvorzeichnungen auf Zeichenpapier, in den Ecken punktuell befestigt auf leichten weißen Karton, dieser befestigt auf leichten schwarzen Karton, dieser befestigt auf leichten grünen Karton ENTSTEHUNGSJAHR: u.r. in Blei und darüber in Dunkelbraun datiert „[19]27“ GRÖSSE DES UNTERSTEN KARTONS: 65x50cm BLATTGRÖSSE: 34,8x26cm SIGNATUR: u.r. in Blei und darüber in Dunkelbraun signiert „K. Hy“, sowie links daneben unter der gelben Farbe (größtenteils von dieser verdeckt) nochmals ebenso signiert ERHALTUNGSZUSTAND: Blatt in den Ecken punktuell befestigt auf leichten weißen Karton, dieser befestigt auf leichten schwarzen Karton, dieser befestigt auf leichten grünen Karton; die unteren beiden Ecken etwas bestoßen und mit kleinen Knickspuren; die unterlegten Kartons mitunter leicht fleckig und mit leichten Druckstellen ---1925 begann Karl Otto Hy sein Studium an den Kunstgewerbeschulen in Mainz und Wiesbaden. Seine damaligen Lehrer waren u.a. Hans Christiansen (1866-1945), Otto Fischer-Trachau (1878-1958), Otto Arpke (1886-1943). 1929 beendete er seine Studienzeit und war ab 1930 vornehmlich als Maler und (Werbe-)Zeichner tätig, gestaltete daneben aber auch in Zusammenarbeit mit Architekten Wandbilder und Gebäudeausmalungen. Das vorliegende Aquarell entstand in der Mitte seiner Studienzeit, im 23. Lebensjahr des Künstlers. Hy zeigt hier ein Eingangstor des Russischen Friedhofs auf dem Wiesbadener Neroberg. Ohne Zweifel mag man in dieser Friedhofsansicht ein Suchen, Ausprobieren bzw. Experimentieren erkennen. So lässt der links sich nach oben schlängelnde Baum in seiner Formung und Farbwahl unweigerlich an Park-, und Promenadenansichten August Mackes denken. Ebenso mag auch das angeschnittene Gebäude am unteren linken Rand an Macke erinnern. Daneben sind aber insbesondere beim Eingangsportal und der Friedhofsmauer der Blick und die Hand eines Architekturinteressierten zu erkennen. Während die gesamte Vegetation, das kleine Gebäude unten links und auch das weiße Kreuz im unteren Bildzentrum mehr durch eine flächige Farbgebung wirken und dem Betrachter keine Räumlichkeit suggerieren, führt die Mauer dezidiert in das Bild hinein. Und noch expliziter ist dies bei dem Portal ersichtlich, auf das Hy allem Anschein nach sein Hauptaugenmerk legte. Nicht zuletzt zeigt sich dies auch dadurch, dass hier noch die meisten der ansonsten nur sehr dezent und sparsam gesetzten Bleistiftvorzeichnungen erkennbar sind. Die exakt abgemessenen, überaus sorgfältig gezogenen Linien des oberen Portals wie auch des Kreuzes führen das Auge des Betrachters zum links unten, außerhalb des Blattes gelegenen Fluchtpunkt, wodurch, zusammen mit der Mauer, eine schöne Tiefe entsteht. Farblich interessant ist, dass Hy die Ansicht nicht in einem Zug malte. Deutlich ist dies besonders im Bereich der Mauer, die zuerst in einem Grauton ausgeführt wurde. Nachdem dieser trocken war, konnte Hy mit einem helleren Ton – Gelb und Orange – darüber gehen, um dadurch die Wirkkraft der Farben nochmals zu erhöhen. Die durch das Gelb übermalte frühere Signatur verweist darauf, dass die Idee zu dieser farblichen Überlagerung nicht von Beginn an geplant war, sondern vielmehr erst beim bzw. nach dem ersten Malprozess aufkam. Dies mag nochmals auf den nicht zu leugnenden Studiencharakter dieses Blattes verweisen. Und vielleicht hatte Hy bei dieser für ein Aquarell ungewöhnlichen Malweise von Dunkel zu Hell derart beeindruckende Werke von beispielsweise Emil Nolde im Sinn und versuchten jenen nachzueifern. Sehr schöne, überaus qualitative und vielschichtige Komposition aus dem frühen Schaffen Karl Otto Hys!---

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